Vor einer Woche haben wir im Kurier am Sonntag die provokante Frage gestellt, ob Tiere eine Seele haben und in den Himmel kommen. Das ist eine Frage, die die Menschen bewegt, denn wir haben sehr viele Leserbriefe zu dem Thema erhalten. Einige werden in der kommenden Ausgabe  abgedruckt.

Fasziniert hat mich, dass es Leserbrief-Autoren gibt, die mit der Bibel beweisen, dass Tiere definitiv in den Himmel kommen und andere mit dem gleichen Buch das Gegenteil belegen. Eine Zeugin Jehova schreibt: "Tiere haben eine vom Schöpfer festgelegte Lebensdauer und sind nicht für ewiges Leben geschaffen."

Das mit der festgelegten Lebensdauer klingt irgendwie gemein. Ich tröste mich damit, dass die Zeugen Jehova bei der Auslegung der Bibel ja schon öfter legendär daneben lagen. So hatten sie den Weltuntergang bereits für 1914, 1925 und 1975 vorher gesagt. Das ist ja bekanntlich nicht passiert.

Obwohl der erfolgreichste Song in den amerikanischen Billboard-Charts 1975 "Love Will Keep Us Together" von Captain & Tennille war und "Fame" von David Bowie und John Lennon nur das siebterfolgreichste Lied des Jahres war. Schon fast ein Weltuntergang. John Lennon zog sich 1975 dann auch für 5 Jahre komplett aus dem Showgeschäft zurück und kümmerte sich fortan um die Erziehung seines Sohnes Sean. Als er dann 1980 endlich wieder eine Platte mit neuen Songs rausbrachte, ging für mich tatsächlich die Welt unter. Nicht wegen der Platte, sondern weil John Lennon kurz nach der Veröffentlichung von einem Irren in New York erschossen wurde.

John Lennon wäre vor wenigen Tagen 70 Jahre alt geworden.

Wenn es einen Himmel gibt, dann ist er mit Sicherheit dort. Gott ist bestimmt auch Beatles-Fan.

 

Olaf Plotke, 22. Oktober 2010

 

Die Stadt Kleve hat jetzt aber mal einen ganz sinnvollen Prospekt heraus gegeben, den sie allerdings selbst Flyer (Flieger) nennt. Auf alle Fälle geht es in dem Prospekt um das Baby-Schüttel-Syndrom. Offensichtlich gibt es Menschen, die zwar wissen, dass man ein Baby nicht schlagen darf, aber glauben, dass es in Ordnung ist, das Kind brutal zu schütteln. Der Prospekt klärt auf: „Das ist falsch und gefährlich!“. Das kann nämlich zu schweren Gehirnschäden und sogar zum Tod führen.

So weit, so gut.

Jetzt war aber wohl in dem Prospekt (bzw. Flieger) noch Platz und da hat man dann gleich auch noch ein paar andere Tipps aufgeschrieben. Zum Beispiel, bei welchen vermeintlich harmlosen Spielen beim Kind auch schwere Schäden auslösen können, u.a. auch das „Hüpfen des Säuglings auf dem Knie eines Erwachsenen“ oder „Das Schwingen des Babys auf dem Bein“. Da ist beim erstaunten Leser jetzt aber erstmal das große Wundern angesagt: Solche Spielchen wurden doch zu allen Zeiten gemacht und sorgen bei Kindern meist für große Heiterkeit. Aber wenn das so gefährlich ist, sollten wir das Baby vielleicht doch lieber vor den Fernsehen setzen – da kann ja mal nichts passieren.

Es kommt aber noch besser.

Weil die Autoren des Prospekts (bzw. Fliegers) nicht nur Verbote, sondern auch ein paar praktische Ratschläge geben wollten, widmen sie sich auch der Frage: „Wie geht man mit einem schreienden Baby um?“ Schlagen und Schütteln kommt ja bekanntlich nicht in Frage. Deshalb der kultige Ratschlag der Experten: „Stellen Sie sicher, dass der grundlegende Bedarf des Babys gedeckt ist: ausreichend zu essen, passende Kleidung, frisch gewickelt.“

Wow – das ist aber mal ein guter Rat. Ein Glück, dass das mal jemand geschrieben hat.

Es kommt aber noch besser. Nach ein paar ähnlich tollen Tipps wie diesem ersten hier, kommt noch dieser Experten-Rat, wenn Ihr Baby nicht aufhört zu schreien: „Fragen Sie einen Freund, Verwandten oder einen Nachbarn um Hilfe.“ Ob das Baby dann aufhört zu schreien, wenn der Nachbar kommt?

Egal.

Dann kommt aber der ultimative Tipp: „Wenn alles weitere scheitert, legen Sie das Baby in eine Wiege und stellen Sie sicher, dass keine Gefahren bestehen.“ Und was sollen wir dann machen? Vermutlich schnell das Weite suchen!

Olaf Plotke, 15. Oktober 2010

Rees gehen zwei Lichter auf

Da freut sich die Stadt Rees aber: Ein Energieversorger hat ihr zwei Leuchten geschenkt, damit es in der Galenusgasse nicht mehr so dunkel ist. Wie schade nur, dass man jetzt wohl auch nachts noch sieht, wie schäbig die Straßendecke in der Gasse ist. Deshalb versichert die Stadt in der Pressemitteilung zur Schenkung der Lampen gleich noch: "Da sich der gepflasterte Oberflächenbelag der Galenusgasse aktuell in einem weniger guten Zustand befindet, soll voraussichtlich im kommenden Jahr die Sanierung erfolgen."

Olaf Plotke