Die Stadt Kleve hat jetzt aber mal einen ganz sinnvollen Prospekt heraus gegeben, den sie allerdings selbst Flyer (Flieger) nennt. Auf alle Fälle geht es in dem Prospekt um das Baby-Schüttel-Syndrom. Offensichtlich gibt es Menschen, die zwar wissen, dass man ein Baby nicht schlagen darf, aber glauben, dass es in Ordnung ist, das Kind brutal zu schütteln. Der Prospekt klärt auf: „Das ist falsch und gefährlich!“. Das kann nämlich zu schweren Gehirnschäden und sogar zum Tod führen.

So weit, so gut.

Jetzt war aber wohl in dem Prospekt (bzw. Flieger) noch Platz und da hat man dann gleich auch noch ein paar andere Tipps aufgeschrieben. Zum Beispiel, bei welchen vermeintlich harmlosen Spielen beim Kind auch schwere Schäden auslösen können, u.a. auch das „Hüpfen des Säuglings auf dem Knie eines Erwachsenen“ oder „Das Schwingen des Babys auf dem Bein“. Da ist beim erstaunten Leser jetzt aber erstmal das große Wundern angesagt: Solche Spielchen wurden doch zu allen Zeiten gemacht und sorgen bei Kindern meist für große Heiterkeit. Aber wenn das so gefährlich ist, sollten wir das Baby vielleicht doch lieber vor den Fernsehen setzen – da kann ja mal nichts passieren.

Es kommt aber noch besser.

Weil die Autoren des Prospekts (bzw. Fliegers) nicht nur Verbote, sondern auch ein paar praktische Ratschläge geben wollten, widmen sie sich auch der Frage: „Wie geht man mit einem schreienden Baby um?“ Schlagen und Schütteln kommt ja bekanntlich nicht in Frage. Deshalb der kultige Ratschlag der Experten: „Stellen Sie sicher, dass der grundlegende Bedarf des Babys gedeckt ist: ausreichend zu essen, passende Kleidung, frisch gewickelt.“

Wow – das ist aber mal ein guter Rat. Ein Glück, dass das mal jemand geschrieben hat.

Es kommt aber noch besser. Nach ein paar ähnlich tollen Tipps wie diesem ersten hier, kommt noch dieser Experten-Rat, wenn Ihr Baby nicht aufhört zu schreien: „Fragen Sie einen Freund, Verwandten oder einen Nachbarn um Hilfe.“ Ob das Baby dann aufhört zu schreien, wenn der Nachbar kommt?

Egal.

Dann kommt aber der ultimative Tipp: „Wenn alles weitere scheitert, legen Sie das Baby in eine Wiege und stellen Sie sicher, dass keine Gefahren bestehen.“ Und was sollen wir dann machen? Vermutlich schnell das Weite suchen!

Olaf Plotke, 15. Oktober 2010

Rees gehen zwei Lichter auf

Da freut sich die Stadt Rees aber: Ein Energieversorger hat ihr zwei Leuchten geschenkt, damit es in der Galenusgasse nicht mehr so dunkel ist. Wie schade nur, dass man jetzt wohl auch nachts noch sieht, wie schäbig die Straßendecke in der Gasse ist. Deshalb versichert die Stadt in der Pressemitteilung zur Schenkung der Lampen gleich noch: "Da sich der gepflasterte Oberflächenbelag der Galenusgasse aktuell in einem weniger guten Zustand befindet, soll voraussichtlich im kommenden Jahr die Sanierung erfolgen."

Olaf Plotke