eulenspiegelEs hat wohl jeder schon einmal reden gehört von einem Mann namens Till Eulenspiegel. Der war ein rechter Spaßmacher und hatte sehr viel Freude daran, immer und überall seinen Mitmenschen einen Streich zu spielen.

Als Till Eulenspiegel mal wieder ob eines Schabernacks aus Braunschweig flüchten musste, kam er in die Stadt Emmerich am Rhein. Hier fühlte sich der Eulenspiegel recht wohl, denn er konnte die Herren im Rat kräftig an der Nase herumführen. Und die merkten es nicht einmal, was dem Eulenspiegel natürlich noch mehr Freude bereitete. Vier Jahre trieb er nun schon seinen Spaß mit den hohen Herren und er wurde von Jahr zu Jahr toller.

Und das kam so: Der Eulenspiegel hatte sich weiland in der Stadt Emmerich am Rhein als großer Baumeister aus einer heiligen Stadt ausrufen lassen und mit vielen Bauwerken geprahlt, die er allüberall im Land gebaut habe und so baten ihn die Herren vom Stadtrat, er möge ihnen doch ein herrschaftliches Haus mit Platz für Handel und Wohnen auf dem Neumarkt bauen. „Das ist für mich ein rechter Klacks“, sagte Till und legte sich erst einmal in einen Liegestuhl an der Rheinpromenade zum Mittagsschlaf. Fragte einer, was er da mache, so sagte er, dass er das Bauwerk vor seinem geistigen Auge zeichne und schon bald zur Tat schreiten werde.

Neumarkt webDie Jahre gingen ins Land und Eulenspiegel band den Ratsherren einen tollen Bären nach dem anderen auf und konnte selbst nicht glauben, was die Herren so alles glaubten. Als sie einmal doch recht ungeduldig und arg wurden, flunkerte er ihnen vor, dass es schon bald mit dem Bau losgehen würde - es fehlten nur noch zwei Signaturen der Herren, denen ein Nachbargrundstück gehöre. Die Herren waren zufrieden, Eulenspiegel legte sich wieder schlafen.

Nun stand aber die Wiederwahl des Bürgermeisters an. Der bat den Eulenspiegel, doch nun bitteschön wirklich einmal den großen Worten Taten folgen zu lassen. Und so stellte sich der Schalk auf den Marktplatz und verkündete mit einer Papierrolle in der Hand allen Anwesenden, dass nun alle Probleme gelöst seien und die Unterschriften geschrieben würden. Allerdings nicht sofort, sondern in den nächsten Tagen, aber das ganz bestimmt. Da waren alle glücklich und ließen den Eulenspiegel hochleben.

Der lachte insgeheim über die Gutgläubigkeit der Herren und ruhte sich erstmal aus. Je näher die Wiederwahl des Bürgermeisters rückte, so aufgeregter wurde der arme Mann. „Was bist Du doch für ein rechter Faulpelz und führst uns doch alle nur seit Jahren an der Nase herum“, herrschte er den Eulenspiegel an. Da lachte ihn der Narr aus und sagte: „Mein lieber Herr, sorgt Euch nicht. Ich will noch einmal mit Euch auf den Markt gehen und sagen, dass die Unterschriften nun da sind, ich aber das Dokument nicht finden könne und die Weisen der Stadt bitte, mir beim Suchen zu helfen, kennen sie doch ihre Stadt so viel besser als ich. Damit werden sie wohl gut und gerne ein paar Wochen beschäftigt sein. Das reicht für Ihro Gnaden, denn wenn der Schwindel auffliegt, ist die Wahl gelaufen. Dann denke ich mir einen neuen Spaß aus und wir beide können uns wieder in die Strandkörbe legen und das Leben genießen.

eulenspiegel2Da lachten der Eulenspiegel und der Bürgermeister und waren fortan beste Freunde. Till trieb noch viele Jahre seinen Unfug in der Stadt am Rhein, bis es ihm zu langweilig wurde. Als er seinen Abschied nahm, rief er den Herren des Rates zu, eine Brieftaube habe den Vertrag mit den Unterschriften gerade von seinem Schreibtisch geklaut und er müsse nun eiligst hinterdrein ziehen, um sie einzuholen.

Eulenspiegel treibt seinen Schabernack längst in anderen Städten, wo er nach einiger Zeit immer wieder verjagt wird. Immer wenn es gar zu brenzlig wird und ein böser Landherr ihn verfolgt, kommt er zurück nach Emmerich, bindet den Ratsherren einen neuerlichen Bären auf und wird stets aufs Neue freundlich empfangen und verabschiedet.

„Wir mochten Euch aber nicht warnen, zumal Ihr gar so klug sein wolltet. Niemand ist so weise, daß er nicht auch Toren kennen sollte. Und wenn nirgendwo ein Narr wäre, woran sollte man dann die Weisen erkennen?“ (Till Eulenspiegel, 17. Historie)

Olaf Plotke, 7. September 2015

 

Lesen Sie auch Eulenspiegels andere tolle Streiche: "Ein ganz normaler Vorgang" (hier klicken) und "Ein Investor hebt ab.... fast" (hier klicken).

 

Kommentare   

#1 Matze 07.09.2015 20:52
Doof sind die in Emmerich.
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#2 Pekel 07.09.2015 21:15
Toller Beitrag und trifft zu 100 % den Nagel auf den Kopf
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#3 Baufortschritt 0,0 07.09.2015 21:56
Es ist einfach unfassbar wie sich der Rat an der Nase herumführen lässt. Till Eulenspiegel passt wirklich perfekt.
Diks hat mit einer erneuten Verlautbarung, die Unterscgriften kämen innerhalb von vier Wocchen wieder Zeit bis über den Stichwahltag hinaus gewonnen. Danach kann die Hängepartie wieder ein paar Jahre weitergehen. Diks, CDU und SPD haben diesen Stillstand zu verantworten. Sie gehören dafür abgestraft.
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#4 Paul Geominy 08.09.2015 06:05
Till war so gut, dass sogar der liebe Herr Plotke auf ihn reingefallen ist und ihn vor Jahren noch unterstützt hat. Allen Warnungen von Neumarkt21 zum Trotz, hat er ihn sogar noch verteidigt und die anderen beschimpft, die mit Weitblick und gesundem Menschenverstand, einen Scharlatan von einem Investor unterscheiden können.
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#5 Erbarmen bitte! 08.09.2015 09:25
Dieser Notiz-Blog ist ein Beweis dafür, dass der Verfasser nicht weiss, dass Baurojekte dieser Art sich schon mal etwas verzögern. Denken Sie, dass mache der Investor aus Vergnügen?
Es ist richtig, dass CDU, SPD und Bürgermeister dem Investoren die Treue halten. Welche Alternative gäbe es dazu?
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#6 Paul Geominy 08.09.2015 10:40
Erbarmen mit "Erbarmen bitte!"
Definieren Sie doch mal ..etwas verzögern...
In all den Jahren bauen unsere Nachbarn ganze Innenstädte um.
Wir reden hier über ein paar tausen Qudratmeter Einkaufsfläche im Filetstück unsere Innenstadt und nicht über den Berliner Flughafen.
Professionelle Investoren haben in deutlich weniger Zeit komplette Einkaufszentren aus dem Boden gestampft, siehe Hilden, Erkrath u.v.a.m.
Nur Dilettanten, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, kommen immer wieder mit neuen Entschuldigungen. Alternativen hätte es gegeben, aber die passten nicht ins Konzept der Embrica Mafia.
Neumarkt 21
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#7 Matze 08.09.2015 12:49
zitiere Erbarmen bitte!:
Dieser Notiz-Blog ist ein Beweis dafür, dass der Verfasser nicht weiss, dass Baurojekte dieser Art sich schon mal etwas verzögern. Denken Sie, dass mache der Investor aus Vergnügen?
Es ist richtig, dass CDU, SPD und Bürgermeister dem Investoren die Treue halten. Welche Alternative gäbe es dazu?

# Erbarmen bitte! Niebelungentreue der doofen Art. Ihre Begründung zeigt, dass auch Sie keinen Plan vom wahren Leben haben. Der Schoofs ist cleverer als Viele Politiker in Emmeruch. Die gehören abgewählt. Mit Diks als Bürgermeister fangen wir am Sonntag an.
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#8 Crybaby 08.09.2015 16:15
Besonderen Dank an den "Kurier" für die ständigen Artikel "Wie immer wahrer als wahr", hier: "Wie Eulenspiegel den Emmerichern einen tollen Streich spielte und die es nicht mal merkten."

Zusätzlichen Dank für die vielen tollen Artikel (siehe entsprechende Threads) des Users "Martin Fingerhut" u.a. an dieser Stelle.

Solche Artikel und Kommentare machen den "Kurier" lesenwert und im Kreis Kleve, nein, in NRW, nein, in Deutschland einzigartig.
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#9 Erbarmen bitte! 09.09.2015 09:07
zitiere Paul Geominy:

Nur Dilettanten, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, kommen immer wieder mit neuen Entschuldigungen. Alternativen hätte es gegeben, aber die passten nicht ins Konzept der Embrica Mafia.
Neumarkt 21


Ganz schön starkes Geschoss, was Sie hier auffahren. Gibt es außer ihrer kraftvollen Ausdrucksweise auch mal ein paar Belege?
Herr Schoofs ist also ein Dilletant. Vielleicht schauen Sie sich mal die Internetseite des Unternehmens an mit den Referenzobjekten.
www.schoofs-gruppe.de/

Ist das ein Dilletant?

Was soll das mit der Mafia? Herr Schoofs will bauen und verkaufen, denn das ist sein Geschäft. Von einer Brachfläche hat er nichts. Gleiches gilt für die Stadt Welche dunklen Geschäfte vermuten Sie denn hier?
Bitte mal ein paar Fakten bringen.
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#10 Paul Geominy 10.09.2015 08:16
Hallo Erbarmen,
schauen Sie sich doch mal an, was in anderen Städten wie z.B. Büren bei Paderborn so passiert.
Hier ein kurzer Auszug aus einem offenen Brief an den dortigen Bürgermeister:

"...."Schoofs hat nicht geliefert".

Die Fa. Schoofs hat seit mehr als 3 Jahren für die Gestaltung und Bebauung des Quartiers im Kern in Büren, also den Bereich des ehemaligen Kreishauses nebst angrenzenden Grundstücken nichts Substantielles zu Stande gebracht, sondern auf den ersten Blick nur "schöne" Ansichten und unverbindliche Grundrisse präsentiert....."

Kommt Ihnen das irgenwie bekannt vor?

Vielleicht steckt ja auch System dahinter?

Und Dilettant schreibt man überigens mit einem L und zwei tt :-),
es ist ein Synonym für Stümper.

Neumarkt 21
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#11 Erbarmen bitte! 10.09.2015 08:41
@Paul Geominy:

Unwissenheit wird nicht dadurch zur Weisheit, wenn man darauf verweisen kann, dass andere auch unwissend sind.
Ein Projekt dieses Größenordnung ist mit vielen Hindernissen verbunden, die in Emmerich und sicher auch in Düren bekannt sind. Bürgermeister Diks, die CDU und die SPD wißen darum und stehen deshalb aus guten Gründen zu dem Projekt. Dagegen sein ist immer leicht.
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#12 Matze 10.09.2015 10:07
zitiere Erbarmen bitte!:
@Paul Geominy:

Unwissenheit wird nicht dadurch zur Weisheit, wenn man darauf verweisen kann, dass andere auch unwissend sind.
Ein Projekt dieses Größenordnung ist mit vielen Hindernissen verbunden, die in Emmerich und sicher auch in Düren bekannt sind. Bürgermeister Diks, die CDU und die SPD wißen darum und stehen deshalb aus guten Gründen zu dem Projekt. Dagegen sein ist immer leicht.

# Erbarmen bitte! Schoofs ist nicht für die politischen Fehler von Diks und Hinze verantwortlich zu machen. Vielleicht sollte das einmal bedacht werden.
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