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Lieber Kaplan Paul Spätling,

jetzt prügeln natürlich alle auf Sie ein. Nur, weil Sie als Geistlicher aus Emmerich gestern auf der Pegida-Demonstration in Duisburg (Foto oben, Quelle: WDR) ihre von tiefem Glauben geprägte Überzeugung geäußert haben. „Mir ist wichtig zu zeigen, dass auch Katholiken auf eurer Seite stehen“, haben Sie den Demonstranten zugerufen. Und wer wollte das bestreiten? Ist Pegida nicht eine Bewegung von Menschen, die öffentlich eintreten für das Christentum und seine Werte? „Es ist unmöglich, dass Frau Merkel gesagt hat, der Islam gehöre zu Deutschland“, haben Sie in Duisburg gesagt und haben dafür viel Applaus erhalten. Zurecht.pegida-pastor1

Ihr mutiges Eintreten für den wahren Glauben hat Respekt verdient. Man sollte Ihnen die Karl-Leisner-Medaille verleihen, denn natürlich wussten Sie, dass Menschen, die aufrecht für die Wahrheit eintreten, in diesem Land genau dafür verfolgt und bestraft werden.

Sie haben auch vom großen spanischen Dichter Cervantes gesprochen, dass er gegen die Türken kämpfte und dabei einen Arm verlor - für einen Schriftsteller ja besonders schlimm! „Was hat der Mann auf sich genommen, dass die Türken von Europa ferngehalten werden?“, haben Sie gesagt und daran erinnert, dass sich die Christen über 1.400 Jahre gegen die Angriffskriege der Moslems verteidigen mussten. „Und jetzt seit 20, 30 Jahren sollen wir das nicht mehr tun? Gehört denn der Islam zu Deutschland?“, haben Sie gefragt. Und die vereinte Christenheit in Duisburg antworte empört und gröhlend: „Niemals! Niemals!“

In den 80er Jahren noch sagte der Volksmund: „1683 standen die Türken vor Wien, heute stehen sie vor Aldi.“ Aber die Wahrheit ist ja: Sie stehen nicht mehr nur vor Aldi, sondern da auch in der Schlange vor uns! So weit ist es schon gekommen...

Aber das darf man ja nicht öffentlich sagen. Man wird dann sofort in die rechte Ecke gestellt. So wie man es jetzt auch mit Ihnen versucht. Ich fürchte, lieber Herr Spätling, dass wenn das so weitergeht, man bald nicht mal mehr sagen darf, dass es doch die Juden waren, die unseren Heiland ans Kreuz geschlagen haben.

Dennoch sollten Sie ein wenig Verständnis aufbringen für Frau Merkel. Sie ist immerhin Protestantin - also gar keine richtige Christin. Außerdem ist sie von Kommunisten groß gezogen worden und konnte bis vor kurzem nicht mal mit Messer und Gabel essen (Fragen Sie mal Helmut Kohl!).

Kein Verständnis muss man dagegen haben für das Bistum Münster, dass Ihnen heute die Predigtbefugnis entzogen hat. „Herr Pfarrer Spätling bedient mit seinen Äußerungen undifferenzierter Klischees gegenüber dem Islam“, schreibt das Bistum in einer „Stellungnahme“ (hier klicken). Der gläubige Christ muss sich doch sehr wundern über diese Worte. Was heißt denn undifferenziert? War es nicht der Papst (also unser), der 2006 in Regensburg Kaiser Manuel II. zitierte: „‚Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten‘.“

Unser Messias klingt da doch ganz anders. Wie zum Beispiel in Matthäus 10,34: „Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert.“ 

pegida-pastor2Aber leider scheinen die Kommunisten und 68er nun auch endgültig in der katholischen Kirche das Sagen zu haben. Man darf sich als Bischof von seinen Leibeigenen Handwerkern ja nicht mal mehr eine goldene Doppelbadewanne in seine karge Klause einbauen lassen, ohne dass irgendwer aufmuckt. Deshalb ist es umso wichtiger, dass es Menschen wie Sie gibt, die den Kompass für die wahren Werte des Christentums nicht verloren haben und die noch beseelt von der Nächstenliebe Christi, die Homosexualität als „sodomistische Sünde“ brandmarken, wie Sie es einst in Kevelaer mutig getan haben.

„Immer wieder hat sich die Christenheit verteidigt, weil er (der Islam - Anm. d. Verf.) in Europa eingefallen ist“, haben Sie in Duisburg gesagt. Und schon damals wurde unsere Freiheit auch am Hindukusch, bzw. in Jerusalem verteidigt. Und so bitte ich Sie, sich nicht den Mund verbieten zu lassen, sondern bei der nächsten Pegida-Demo an die Worte von Papst Urban II. zu erinnern, der 1095 ebenfalls zum christlichen Protest gegen die Moslems aufrief: „Deshalb bitte und ermahne ich euch, und nicht ich, sondern der Herr bittet und ermahnt euch als Herolde Christi, die Armen wie die Reichen, dass ihr euch beeilt, dieses gemeine Gezücht aus den von euern Brüdern bewohnten Gebieten zu verjagen.” Kann heute falsch sein, was damals richtig war?

Ja das schöne 11. Jahrhundert - das waren noch Zeiten... Es gab in Europa noch keine Moscheen, keinen Döner und kein Efes-Bier, dafür aber viele einfältige und dumme Menschen, die man schnell aufhetzen konnte. Gut, die gibt es heute auch noch. Und wenigstens die bejubeln Sie noch. Sie kommen dafür sicher in den Himmel. (Kleine Anmerkung: Die Jungfrauen gibt es aber nur bei den anderen!)

Grüß Gott!

Ihr

Olaf Plotke, 20. Januar 2015

 

PS: Hat man sein Warum des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem Wie. (Friedrich Nietzsche)

Kommentare   

#1 Tyler Durden 20.01.2015 19:52
"Die Freiheit der Rede hat den Nachteil, dass immer wieder Dummes, Hässliches und Bösartiges gesagt wird. Wenn wir aber alles in allem nehmen, sind wir doch eher bereit, uns damit abzufinden, als sie abzuschaffen."

Winston Churchill
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#2 Fisch 20.01.2015 20:28
Es wäre sehr interessant zu wissen, ob all jene, die zugejubelt haben, bereits schon vorher aus der Kirche ausgetreten waren und wie viele jetzt noch austreten werden?!

Das Alles hat doch nichts mehr mit Menschentum und Menschenwürde zu tun.
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#3 Füchsin 21.01.2015 10:28
Großes Lob für diesen Notizblog. Einer Deiner Besten!
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#4 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 21.01.2015 13:03
Arthur Schopenhauer sagte einst: Wir sind nicht nur verantwortlich, für das was wir tun, sondern auch für das, was wir widerspruchslos hinnehmen.


.....Andere Religionen sind eine Bereicherung für unsere Gesellschaft .... sage ich.
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#5 Erbarmen bitte! 22.01.2015 09:12
Man kann sich nur angewidert abwenden von Pegida, Legida usw.
Kaplan Spätling und Lutz Bachmann haben uns den Geist präsentiert, der hier am Werk ist.
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#6 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 24.01.2015 13:21
Wir kommen alle in den Himmel .... heißt es in der Überschrift.
Meine Meinung - ein friedliebender Moslem, Hindi, Jude oder Buddhist (sind die allermeisten) kommt eher dorthin als Herr Spätling, dem ich u.a. die Bergpredigt empfehle.
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#7 Fisch 24.01.2015 16:11
Ich habe mir diesen "Auftritt" auf youtube angesehen.............dieser Mensch kann für seine gesprochenen Worte wirklich nur Mitleid aller religiösen Richtungen bekommen.

Es könnte sein, dass er wirklich, wie der Name "Spätling" es ausdrückt, zu spät ist und/oder vergessen hat, dass wir selber vor 20....30 Jahren, die vielen Menschen mit islamischer Religion und Kultur eingeladen haben, hier zu arbeiten und zu leben.

Herrn Spätling wäre zu empfehlen, sich als Anachoret /Eremit in eine Einsiedelei zurück zu ziehen und um innere Einkehr und Ruhe zu bitten und zu beten.
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#8 Verletzte Gefühle 24.01.2015 16:40
Das ist ja wohl ein unerhörter Artikel, drr jegliche Objektivität vermissen lässt.
Der bekanntlich bibelfeste Autor entpuppt sich hier endgültig als erzkonservativer Katholik, der gegen Moslems und Juden hetzt. Sogar evangelische Christen sind für wohl so etwas wie Ungläubige. Ich bin evangelisch getauft und praktiziere meinen Glauben mit großer Ernsthaftigkeit, aber ohne deshalb andere Bekenntnisse herabzuwürdigen wie es Herr Plotke hier tut.
Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass er hier sogar noch gelobt wird für seine Schmähungen.
Ich frage mich, ob hier nicht ein Straftatbestand nach §166 vorliegt!
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#9 B.R. 24.01.2015 19:02
Hilf der katholischen Kirche - vergewaltige dich selber
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#10 Heinz Goertz 24.01.2015 19:46
@1, Tyler Durden,

genau, Respekt für diese Klarstellung!

Moslems wollen übrings nicht in den Himmel, sondern in Paradies. Christen doch auch, oder? Und wer sich die Lebensbedingungen der Meisten im Nahen Osten ansieht, kann das gut verstehen.

In der Großen Moschee(Ulu Chamii) in Bursa, habe ich zwischen tausend Moslems, keinen Unterschied in der Hingabe des Gebets erfahren dürfen.
Sie beenden ihre Gebete genau wie wir mit Amen/Amin.

Also was soll die Hetzerei? Die IS betrachte ich, und nicht nur ich, sondern auch die meisten islamischen Gelehrten, als kriminelle Vereinigung. Bei den Typen geht es um Geld und Macht, mit Religion haben die bestimmt nichts am Hut.

Das der radikale Islamismus, hier in Deutschland auch Fuß gefasst hat und gefährlich ist, bestreitet keiner. ABER! Bisher sind in der BRD 2 Menschen durch Islamisten zu Tode gekommen. Zwei Amerikanische Soldaten in Frankfurt. Zwei zu viel, damit das klar ist.
Die Ängste und Sorgen in der Bevölkerung, stehen dazu in keinem Verhältnis.

Ich bete dafür, dass es so bleibt!
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#11 Heinzi 24.01.2015 22:56
#8

Haaaaaaallo, wachwerden. Der Text oben ist SATIRE!

Mal hier lesen: www.kurier-am-sonntag.de/ansichten/8904-ansichten-vom-25-januar
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#12 Tyler Durden 24.01.2015 23:18
@ Heinz Goertz

Nicht, dass wir uns missverstehen. Ich bin für die freie Rede jedes Einzelnen - egal welche Meinung er vertritt. Dazu gehören Pegida-Gegner genauso wie Pegida-Befürworter! Jede Meinung gehört ernstgenommen und respektiert - egal wie sehr sie von der eigenen abweicht.
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#13 Heinz Goertz 25.01.2015 08:36
@12 Tyler Durden,

also auch freie Rede für die IS-Propagandisten?
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#14 Tyler Durden 25.01.2015 11:05
Leider ja (s. Churchill-Zitat).

Aber natürlich nur, solange alles im Rahmen unserer Gesetze abläuft. Der Aufruf zu Straftaten durch politische oder religiöse Eiferer fällt natürlich nicht darunter...
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#15 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 25.01.2015 11:07
Für mich ist dies hier schwer verständlich. Habe mit Nicht-Katholiken die besten Erfahrungen gemacht, mit Muslime, Buddhisten, Christen und Juden....fehlt den Katholiken teilweise Toleranz und die Nähe zum Leben und zur Lehre Jesu?
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#16 Laura 27.01.2015 19:10
Der liebe Herr Spätling hat auf der Pegida-Demo meiner Meinung nach wirklich krasse Ansichten ausgesprochen. Ich bin Christin und habe überhaupt gar nichts gegen Homosexualität oder jegliche Anhänger anderer Religionen oder Ausländer, solange sie sich angemessen verhalten. Er sollte ein wenig mehr Toleranz zeigen finde ich. Schließlich befinden wir uns im Jahr 2015 und die Welt hat sich nun mal geändert. Mich würde interessieren ob Herr Spätling auch noch die Köpfung oder Erhängung als angemessene Strafe für einige Verbrechen sieht, oder ob er die Steinigung oder Kreuzigung bevorzugt.

PS: Wieder mal toller Artikel Olaf :D
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