Theo der Gangsta-Rapper.Große Ideen beginnen im Kleinen. Und diese Idee entstand in einem ganz kleinen Kreis. Es war in der Woche nach der legendären Abwahl von Marie-Louise Klotz als Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal, als sich die Klever Parteichefs Josef Gietemann (SPD), Gudrun Hütten (Grüne) und Fabian Merges (Offene Klever) im Sabona-Haus zu einem ihrer konspirativen Treffen trafen, auf denen man einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten ausbaldowern wollte. Das Treffen drohte so zu enden wie die letzten: ergebnislos.

Man war mit allen Kandidaten durch und ging bei einem Schluck Lindenblüten-Tee zum gemütlichen Teil über. „Das war ja schon ein dolles Ding mit der Abwahl von Prof. Klotz“, sagte Josef Gietemann. Gudrun Hütten legte die Stirn in Falten und rieb sich die Schläfen: „Mir tut sie leid.“ Fabian Merges lehnte sich bedrohlich weit in seinem Stuhl zurück und fragte: „Was macht die jetzt eigentlich?“

Und plötzlich fiel es ihnen allen Dreien wie Schuppen aus den Haaren. „Sie wird Bürgermeisterin von Kleve!“, riefen sie, warfen die Arme in die Luft, eine zufällig anwesende holländische Juxkapelle spielte „Oh when the Saints“ und Hütten, Gietemann und Merges machBM Klotzten eine Polonaise um den Konferenztisch im Sabona-Konferenzzimmer.

Dr. Barbara Hendricks wurde noch am gleichen Abend von Josef Gietemann eingeschaltet, doch bitte mit Prof. Dr. Klotz zu reden. So von Powerfrau zu Powerfrau.

Marie-Louise Klotz zögerte nicht lange und entfachte eine nie dagewesene Begeisterung in den Reihen der Klever Wirtschaft und Politik.

Bürgermeister Theodor Brauer war der Erste, der Prof. Dr. Klotz offiziell auf den Schild hob und später immer gerne erzählte, dass das ja auch im Grunde schon immer seine Idee gewesen wäre. „Sie hat die Welt nach Kleve geholt“, zitierte ihn die lokale Presse. „Dass die Stadt heute Weltgeltung hat und in einem Atemzug mit Dhaka, Ouagadougou und Ankh-Morpork genannt wird, verdankt sie der Leistung von Frau Prof. Dr. Klotz.“ Landrat Spreen ließ verlauten, dass Marie Louise Klotz unverzichtbar für Kleve sei und Hochschul-Fördervereins-Chef Peter Wack ging sogar noch einen Schritt weiter: „Sie ist für Kleve überlebenswichtig!“

Sogar der bereits von der Klever CDU ausgeguckte Bürgermeisterkandidat Wolfgang Gebing war von Marie-Louise Klotz´ Bewerbung vollkommen begeistert und zog seine eigene Kandidatur sofort zurück.

Im September 2015 wurde Marie-Louise Klotz mit 99,99 Prozent zur Nachfolgerin von Theodor Brauer gewählt. Herzlichen Glückwunsch! Die einzige Nein-Stimme kam vermutlich von einem Professor der Hochschule Rhein-Waal.

BM KlapdorMarie-Louise Klotz regierte als parteilose Bürgermeisterin für 20 Jahre erfolgreich die Schwanenstadt. „Mein größter Fehler war, dass ich nicht bemerkte, welche Intrigen hinter meinem Rücken gesponnen wurden“, erinnert sie sich heute in der Rückschau. Denn im Jahr 2033 wurde Ralf Klapdor Karnevalsprinz der Schwanenstadt. Ein Jahr später machten CDU und Daniel Rütter (für die liberale Liste) ihn zu ihrem Bürgermeisterkandidaten, ein weiteres Jahr später war Klapdor Bürgermeister von Kleve. Alle Unterstützung der lokalen Eliten half Marie-Louise Klotz am Ende nichts.

Klapdors alter Freund fürs Grobe Gerard Meijer kommentierte in der Lokalpresse: „Unsere Aufgabe war es, die beste Person für diese Aufgabe zu finden und das ist uns gelungen. Es war ein sehr transparentes Verfahren und nicht durch die Politik zu beeinflussen.“

„Ein jeglicher hüte sich vor seinem Freunde und traue auch seinem Bruder nicht; denn ein Bruder unterdrückt den andern, und ein Freund verrät den andern.“ (Jeremia 9,3)

Olaf Plotke, 7. November 2014

(mit Dank an W.K. aus U., der mich auf die Idee brachte)

Kommentare   

#1 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 07.11.2014 17:45
Konfuzius würde eventuell ergänzen: Man soll den Menschen nicht ein Wissen (Können) zumuten, für das sie nicht reif sind.....
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#2 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 07.11.2014 17:47
.... oder auch: Nicht das soll einen bekümmern, dass man kein Amt hat, das soll einen bekümmern, dass man dafür tauglich werde ( nach Konfuzius)
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#3 B.R. 07.11.2014 18:26
Herr Meijer hat aber vergessen den Satz zu sagen, dass
die DDR ein Unrechtsstaat war.

Wenn Herr Meijer in einer christlich-demokratisch orientierten deutschen Stadt Bürgermeister werden will, muss er diesen Satz beherrschen.
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#4 Erbarmen bitte! 07.11.2014 20:13
Gar keine schlechte Idee...
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#5 B.R. 07.11.2014 20:30
Oh,
da hatte ich jetzt auf die Schnelle was verwechselt.
Frau Klotz soll Bürgermeisterin werden.

Aber wenn Herr Meijer in Deutschland dauerhaft die politischen Verhältnisse an Hochschulen und in den Kommunalverwaltungen regeln möchte,
muss er schon ein bisschen mehr zustande bringen als " Wir haben die größtmögliche Transparenz gezeigt " Oder wir waren nicht beeinflussbar ".

Da würde sich dann durchaus auch der Satz anbieten:
" Die DDR war ein Unrechtsstaat "
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#6 Erbarmen bitte! 07.11.2014 20:47
@B.R.:
Den Satz kann ich unterschreiben.
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#7 Bernd Sachski 07.11.2014 21:18
Herrrrrrrrrrlicher Artikel!


*Und morgen ist der 02. April.
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#8 Fisch 07.11.2014 21:21
Herr Plotke, die Idee ist wirklich nicht schlecht......... hatte ich doch bereits vor einiger Zeit schon geschrieben, dass für Kleve eine Bürgermeisterin endlich gut wäre, ohne an eine bestimmte Dame zu denken...... ;-)

Dann wäre doch mal richtig "Stimmung" in Kleve.......was würde denn "kleveblog" dazu schreiben?
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#9 Realist 08.11.2014 06:54
Klotz Bürgermeisterin?
In 5 Jahren schreiben die Abteilungsleiter der Stadtverwaltung einen öffentlichen Brandbrief.
Die Zeiten von Diktatoren wie Palmen sind vorbei.
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#10 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 08.11.2014 11:00
Dann lieber Maria B. aus Donsbrüggen, hochintelligent, menschlich, nächstenliebend und fachlich (Wirtschaft, Finanzen) TOP.
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#11 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 12.11.2014 19:22
Wenn doch die sogenannten Nicht-Konservativen-Parteien, BündnisGrüne, Offene Klever und die Sozis, es nicht schaffen, einen eigenen Kandidaten bzw. eine eigene Kandidatin ins Rennen zu schicken, sollte man doch auch Vorschläge, die auf Grund jahrzehntelanger und realistischer Erfahrung beruhen, wahrnehmen oder zumindest überdenken.
Eine Kandidatin, die ich mit ruhigem Gewissen vorschlagen würde, wäre die bereits im Kommentar Nr. 10 Genannte. ALLE Voraussetzungen stimmen hier: Reife, Wirtschafts- und Finanzkönnen über vier Jahrzehnte, hohe menschliche und soziale Kompetenz, starke Zivilcourage. Eine Frau, die auch gegen den Strom schwimmt und schwamm, als es darum ging, sich auf die Seite eines Unschuldigen zu stellen, der von einem öffentlich rechtlichen Arbeitgeber fristlos entlassen werden sollte.
Ich werfe diese optimale Kandidatur in den Ring, mit sehr gutem Gewissen! .... parteilos, aber erfolgversprechend. Maria B. aus Donsbrüggen, hoch- und höchstintelligent, für Kleve ausgezeichnet.
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#12 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 12.11.2014 20:11
und: Frauen sind oftmals einfach besser, haben mehr Herz ..... und diese Dame hat in vielen Bereichen der Kreditwirtschaft optimale Ergebnisse erzielt .... selbst ich habe viel Fachwissen ihr zu verdanken.
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#13 Klever Bürger 13.11.2014 07:21
zitiere Willi Heuvens, Spark.ang. a.D.:
Eine Frau, die auch gegen den Strom schwimmt und schwamm, als es darum ging, sich auf die Seite eines Unschuldigen zu stellen, der von einem öffentlich rechtlichen Arbeitgeber fristlos entlassen werden sollte.


Interessant! Muss so ein Vorfall nicht in die Öffentlichkeit? Herr Heuvens, bitte führen Sie diesen Skandal weiter aus! Um wen handelt es denn bei dem Opfer?
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#14 Willi Heuvens, Spark.ang.a.D. 13.11.2014 12:47
@ 13

Hier gehts primär darum, eine absolut hochintelligente Persönlichkeit mit all den Tugenden mit einem Amt zu versehen, welches dann der Allgemeinheit zugute kommt. Hier liegen hohe Kapazitäten einfach brach.

Die Vita sende ich Ihnen gern zu, brauche allerdings Ihre e-mail-Anschrift.
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