Fast wie damals bei den Beatles... Hier aber bei einer gewissen Sarah Engels.Dass der Besuch eines Rock-Konzerts mir einmal einen veritablen Gottesbeweis bescheren würde, hätte ich bis vor wenigen Tagen auch nicht gedacht.

Die Geschichte begann am Samstag im Moyländer Schlosspark: Das Courage lockte mehr als 8.000 Besucher dorthin. Die Zuschauer waren so jung, dass ich mich zumindest sehr alt fühlte.

Mit einem Backstage-Pass in Form eines rosa Bändchens war ich allerdings bei den jungen Fans total beliebt. Viele baten mich, ihnen doch Autogramme von künftigen Unbekannten wie Pietro und Sarah Engels mitzubringen.

Also stiefelte ich beladen mit T-Shirts, Heften, selbstgebastelten Pietro-Postern und Zetteln im Backstage-Bereich herum und merkte erst da, dass ich gar nicht wusste wie diese Stars überhaupt aussehen. Und die Diskrepanz zwischen den Postern und der Realität war dann doch so groß, dass ich niemanden erkannt habe. Glücklichweise liefen da im Backstage-Bereich einige junge „Fachkräfte“ herum, die mir halfen, die angeblichen „Superstars“ zu entdecken.

Als Rapper Sido auf der Bühne stand, hatte ich dann alle Autogrammwünsche abgearbeitet (außer den von Stephan Derks, aber der hatte ja selbst einen Backstage-Ausweis) und betrachtete das Festival nun mal von vorne.

Da ich eh nicht mehr in den Backstage-Bereich zurückwollte, löste ich vorsichtig das rosa Backstage-Bändchen von meinem Arm. Ich hatte nämlich den Klebestreifen nur ebenso weit abgezogen, dass das Band so eben hielt.

Ich machte das Band also ab und trat auf eine Gruppe junger Mädchen zu und fragte: „Ich habe hier einen Backstage-Pass, den ich nicht mehr brauche. Leider gilt er nur für eine Person. Wollt Ihr ihn haben?“

Natürlich wollten alle und ein wildes Durcheinander brach los. Aber dann sagte plötzlich eines der Mädchen: „Ich finde, Du hast es am meisten verdient !" Und dabei zeigte es auf eines der anderen Mädchen. Das fanden dann auch die anderen gut und ich gab dem Mädchen das Bändchen (siehe Foto). Dann hub ein Kreischen und Schreien an. Das Mädchen war überglücklich und ihre Freundinnen irgendwie auch. Der Beweis: Mein Backstage-Bändchen ging in den Besitz dieses jungen Mädchens über. Und ihre Freundin freute sich ehrlich mit. Toll.

Ich erklärte dem Mädchen noch kurz wie man in den Backstage-Bereich kam, dann war sie weg.

Ich hoffe, sie hat es geschafft und da dann auch Pietro getroffen.

Am nächsten Tag war ich in Düsseldorf und habe dort das Konzert eines richtigen Superstars angehört und angeguckt: Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr war mit seiner All-Star-Band da. Ich bin ja ein riesiger Beatles-Fan und es war für mich wirklich ein Erlebnis, Ringo einmal live gesehen zu haben. Die Gelegenheit wird es vielleicht nicht nochmal geben – der Mann ist ja immerhin schon 71!

Und irgendwie habe ich mich da vermutlich so ähnlich gefühlt wie die Mädchen in Moyland. Ich habe sogar am Künstlereingang der Philipshalle mit fünf anderen Beatles-Fans auf die Ankunft von Ringo gewartet. Der ist dann mit einem Van mit abgedunkelten Scheiben aber einfach an uns „vorbeigebraust“.

Da ist man schon ein wenig geknickt. Und weit und breit keiner, der einen in den Backstage-Bereich schleusen würde.

Nach dem Ende des Konzerts lief ich dann einem Fernsehteam des WDR in die Arme. Die fragten mich etwas zu Ringo und zu dem Konzert, filmten das alles und weil ich so ein großer Fan bin, schenkten sie mir einen ihrer Backstage-Pässe.

„Seine Zeichen sind groß und seine Wunder sind mächtig!“ (Daniel 3.33)

Olaf Plotke, 14. Juli 2011

Kommentare   

#1 Constantin Körner 15.07.2011 18:50
Eine anrührende Anekdote für jeden, dessen Herz auch für Musik schlägt!

Übrigens ist das Interview mit dem Kamerateam des WDR sogar in der "Aktuellen Stunde" gesendet worden. Zwar konnte man den Backstagepass nicht sehen. Aber dafür einen überglücklichen Olaf Plotke...
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