Nach meinem zugegeben sehr kritischen Notiz-Blog über den Neujahrsempfang der Kreis Klever Grünen wurde ich von einem wichtigen Lokalpolitiker belehrt, dass man nicht negativ über Veranstaltungen berichten dürfe, zu denen man eingeladen ist. Warum nicht? Weil man das als Gast eben nicht macht.

Ich nehme mir solche Ratschläge natürlich zu Herzen und berichte deshalb nur Gutes vom Neujahrsempfang der FDP Emmerich, bei dem ich heute war.

Im Kolpinghaus in Emmerich-Elten freuten sich rund 50 Gäste auf den Auftritt des neuen FDP-Landesvorsitzenden Daniel Bahr (Foto), der auch Staatssekretär im Gesundheitsministerium ist. Der hielt eine Rede, die er zuvor schon auf Neujahrsempfängen in Düsseldorf, Kaarst und Heinsberg gehalten hatte. Vermutlich konnte er sie deshalb auch auswendig.

Wer also heute nicht dabei war, kann sich einfach das Video auf Bahrs Website oder bei YouTube angucken (hier klicken)– da hält er die (fast) gleiche Rede halt in irgendeiner anderen Stadt. Aber: In dem Video sieht man, dass Bahr immer mal wieder auf sein Manuskript gucken muss. In Emmerich-Elten hat er heute komplett frei geredet. Super! bahr1

Der Landesvorsitzende ehrte dann noch zwei langjährige Parteimitglieder, die als Geschenk u.a. französischen Rotwein bekamen. Bahr erzählte da noch schnell eine Anekdote. Er hat nämlich in seinem Büro ein Rezept aus dem Jahr 1926 hängen, auf dem einem Patienten als Medizin eine Flasche französischer Rotwein verschrieben wurde. „Aber ich muss Sie enttäuschen“, beeilte sich Bahr hinterher zu schieben. „Das wird in Deutschland heute nicht mehr kommen, dass Sie Wein auf Rezept bekommen.“ Ich dachte mir nur, dass man ja bekanntlich nie „nie“ sagen sollte, denn vielleicht kommen die Winzer ja mal auf die Idee, sich ein Vorbild an der Hotellobby zu nehmen.

Der Emmericher FDP-Chef Christof Kukulies (Foto unten) machte am Ende des offiziellen Teils dann noch einen brillanten, wenn auch sehr schwarzhumorigen Scherz, den aber außer mir glaube ich keiner so recht verstanden hat, ich habe außer mir zumindest niemanden lachen sehen. Kukulies empfahl allen Gästen nämlich noch ausdrücklich, FDP-Einkaufswagenchips mitzunehmen. Besser kann man sich eigentlich nicht mehr selbst auf den Arm nehmen. chip

Christoph Kukulies mit einer "pfiffigen Idee"!

 

Olaf Plotke, 6. Februar 2011

Kommentare   

#1 Wim Heuvens 07.02.2011 10:12
Die FDP lernt eben auf Landes- und Bundesebene nicht dazu, sie bleibt weiterhin eine Partei für Lobbyisten, aber auch eine Partei, die versucht, mit falschen Versprechen Wähler aus der Arbeitnehmerschaft zu ködern. Nichts ist geblieben von "Mehr Netto vom Brutto", der Arbeitnehmer, der Rentner und der Langzeitarbeitssuchende - alle haben weniger in der Tasche.
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#2 RumsdieKuh4Ever 07.02.2011 12:39
Gabs Käsesticks?
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#3 Plotke 07.02.2011 12:45
Nein, nur Kuchen.
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#4 Plotke 07.02.2011 13:00
Aber es gab für jeden Besucher am Ende auch noch Veilchen gelbe und blaue (!). Wie passend.
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#5 Christoph Kukulies 07.02.2011 13:49
Es waren Primeln Hr. Plotke - Primeln!
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#6 RumsdieKuh4Ever 07.02.2011 14:35
Die Blümkes passen von der Grösse her gesehen bestens zu den derzeitigen Umfragergebnissen und man kann sich dort als leidgeprüfter FDP-Lokalpolitiker prima unterstellen.
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#7 Babyblue 04.05.2017 16:47
"Der Emmericher FDP-Chef Christof Kukulies (Foto unten) machte am Ende des offiziellen Teils dann noch einen brillanten, wenn auch sehr schwarzhumorigen Scherz, den aber außer mir glaube ich keiner so recht verstanden hat, ich habe außer mir zumindest niemanden lachen sehen. Kukulies empfahl allen Gästen nämlich noch ausdrücklich, FDP-Einkaufswagenchips mitzunehmen."

Ob Herr Kukulies hierbei auch an einen schwarzhumorigen Scherz gedacht hat ---> www.rp-online.de/nrw/staedte/emmerich/fluechtlinge-haengen-plakate-fuer-afd-kandidaten-auf-aid-1.6795400

Ich habe diesen Mann nie verstanden. ICH, ICH und nochmals ICH?
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