steinst10Wenn Sie von der B220 in die Emmericher Innenstadt fahren, dann kommen Sie erst am schönen Restaurant Societät vorbei, passieren dann das nicht minder schöne Rathaus und landen dann in der Steinstraße. Hier erfasst Sie nun ein Gefühl, das irgendwo zwischen Depression und Grusel angesidelt ist. Denn die Steinstraße ist alles andere als eine gute Visitenkarte der Rheinstadt. Hier finden sich zwar durchaus gute Fachgeschäfte, aber die gehen beim ersten Eindruck beinahe unter zwischen den vielen leerstehenden Ladenlokalen und mehr oder weniger gammeligen Wohnhäusern. Der Kollege Ralf Daute (kleveblog) hat unter diesem Eindruck das Wort "veremmerichen" für eine im Niedergang begriffene Innenstadt geprägt. Es gibt Ehrungen, die muss man als Lokalpatriot nicht haben...

Für die Einzelhändler ist das natürlich eine absolute Katastrophe. Sie sind durch den boomenden Internethandel sowieso schon mächtig unter Druck und brauchen vor allem eins: ein positives Image, um Kunden anzulocken. Denn natürlich ist die Steinstraße in Emmerich immer noch eine gute Einkaufsstraße mit guten Geschäften, vielen Parkplätzen und kurzen Wegen. Aber sie sieht eben aus, als könnte eine Planierraupe hier durchaus zur Verschönerung beitragen.

Die Geschäftsinhaber und -betreiber auf der Straße haben allen Grund zum Klagen über ihre Situation, aber ein Blick nach oben könnte schon helfen. Nein, nicht in den Himmel - beten hilft nicht. Sie sollten einfach mal die eigene Fassade betrachten und sich fragen, ob sie zum Image einer "veremmerichten" Innenstadt nicht auch ein wenig beitragen. Hier ein paar Blicke über die Ladeneingangstüren.

steinst1steinst5Foto

"Und wenn ein Haus mit sich selbst uneins wird, kann es nicht bestehen." (Markus 3,25)

Olaf Plotke, 30. Januar 2017

Kommentare   

#1 Sascha Terörde 30.01.2017 17:33
Guten Tag Herr Plotke,

Sie haben es richtig geschrieben, dass der noch bestehende Einzelhandel bei der Betrachtung der ganzen Leerstände untergeht. Ja, die Fassaden haben teilweise auch schon mal besser ausgesehen, da haben Sie Recht. Aber genau dieses Thema werden wir in den kommenden Wochen angehen, zunächst unsere eigene Fassade (Reklame Tourist-Information) reinigen und im Nachgang dazu unseren Nachbarn in der Steinstraße ein Gerüst zur Verfügung stellen. So kann jeder dann seine eigene (Erdgeschoss-)Fassade reinigen, Werbeanlagen instand setzen oder erneuern. Ihrer Überschrift folgend "Make Steinstraße schön again". Also, vielen Dank für diesen Artikel, der uns dabei helfen kann, die Nachbarn zu mobilisieren.

Schöne Grüße aus der Steinstr. / von der Rheinpromenade

Sascha Terörde
Wirtschafsförderung/Stadtmarketing Emmerich
mit der dazu gehörenden "Tourist-Information"
Zitieren
#2 Gerd Ambrosius 30.01.2017 18:01
Warum soll man so etwas nicht schreiben dürfen? es entspricht doch den Tatsachen. Die Probleme des Einzelhandels durch das Internet sind zwar offensichtlich, aber ich verstehe nicht, warum man hier nicht entgegenwirkt.
Im vergangenen Jahr habe ich mal eine Reportage von WDR 2 gehört, in dem es genau um diese Problematik ging, und zwar war die Stadt Wuppertal mit genau den gleichen Problem behaftet, auch hier gaben immer mehr Gewerbetreibende in der Innenstadt ihre Geschäfte auf, weil immer mehr Konsumenten lieber bei Ebay und Co. einkauften. Die Folge war genau so wie hier bei uns, das es immer mehr Leerstände gab.Dem hat dann die Stadt Wuppertal entgegen gewirkt, in dem man für die verbliebenen Geschäfte eine Internet Platform erstellt hat, wo diese Händler Ihre Produkte anbieten und verkaufen können. man fährt also zweigleisig und das scheint ganz gut zu klappen. Neben den normalen Geschäftsablauf floriert auch der Internet Handel.In Emmerich hat es Maik Kapelle vorgemacht. ob es in Wuppertal immer noch so gut läuft, weiss ich nicht, weil ich das nicht weiter verfolgt habe. Man könnte sich allerdings mal bei der Stadt informieren, wie man das bewerkstelligt hat. ich bin sicher das man sich hier gut austauschen kann. In jedem Fall sehe ich hier die Möglichkeit die Innenstadt wieder zu beleben.
Zitieren
#3 Oberlehrer 30.01.2017 18:59
Schöne Grüße aus der Steinstr. / von der Rheinpromenade

Sascha Terörde
Wirtschafsförderung/Stadtmarketing Emmerich
mit der dazu gehörenden "Tourist-Information"

Wirklich ein Profi, der Herr Terörde von der "Wirtschafsförderung".
Ich spendiere mal ein "t" für einen besseren optischen Gesamteindruck.

Wenn es mit der Rechtschreibung klappt, folgt vielleicht auch noch das Aufpäppeln der Optik in der Innenstadt.
Zitieren
#4 Sascha Terörde 30.01.2017 20:48
zitiere Oberlehrer:
Wirklich ein Profi, der Herr Terörde von der "Wirtschafsförderung".
Ich spendiere mal ein "t" für einen besseren optischen Gesamteindruck.

Wenn es mit der Rechtschreibung klappt, folgt vielleicht auch noch das Aufpäppeln der Optik in der Innenstadt.


Wirklich mutig, sich hinter einem Pseudonym "Oberlehrer" zu verstecken und nichts anderes dazu beitragen können, als auf ein fehlendes "t" hinzuweisen!
Wie konstruktiv!
Vielen Dank für diesen echt wertvollen Beitrag!

Schöne Grüße
Sascha Terörde
Zitieren
#5 Unterlehrer 30.01.2017 23:46
Das mit dem fehlenden T ist ja nun wirklich lächerluch. Der Kommentar von Herrn Terörde ist doch super. Ich habe mich darüber gefreut.
Es ist überhaupt zu begrüßen, wenn sich Verantwortliche in Diskussionen einbringen. Man sollte sich dann auch ernsthaft mit ihnen auseinandersetzen und nicht so sinnlis meckern, wie das der Herr Oberlehrer hier tut.
Zitieren
#6 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 31.01.2017 10:01
Was mir persönlich an der Steinstraße in Emmerich sehr gut gefällt, ist das Zentrum der Linken. Hier kann man sich informieren, hier ist ein Infocenter für Menschen, die Rat suchen, hier finden interessante Vorträge statt - rundum ein Ort für die Arbeitnehmerschaft, für den Mittelstand und für Rentner, die eine gerechte und soziale Gesellschaft wünschen.
Zitieren
#7 Der Laie 31.01.2017 14:39
In der guten alten Zeit,fuhr man aus dem Wohngebiet in die Innenstadt,stellte sein Fahrzeug kostenlos ab,gönnte sich am offenen Verkaufsfenster der Eisdiele ein Eis und bummelte langsam an den Schaufenstern vorbei, ohne feste Kaufabsicht,spontan konnte es jedoch nicht dabei bleiben.
Heute beklagen die Stadtväter die Tristesse der Innenstädte,tun selber aber alles dafür die Laufkundschaft abzuschrecken.
Bereits beim lösen des Parktickets muss der Schaufensterbummler wissen,wie lange er bummeln will.Ergebnis, entweder noch genügend Restparkzeit auf dem per Vorkasse bezahltem Ticket oder bei Überschreitung der Parkzeit die Aussicht auf ein saftiges Knöllchen.

Da überlegt sich der Besitzer der Kaufkraft aus den Dörfern schon,was will ich erledigen und wo geht das am kostengünstigsten.
Wenn ich ich dann auch noch die Ware nicht quer durch die Stadt tragen muss, sondern direkt im Auto verstauen kann, oder sogar per Zusteller nach Hause geliefert bekomme,fehlt der Anreiz einfach mal spontan in die Stadt zu fahren.

Da Paket Rücksendungen bei den meisten Versandhändlern auch noch Portofrei ist, fällt das Argument anfassen, anprobieren geht nur vor Ort,weg.

Die Ansammlung von Fachmärkten auf der grünen Wiese mit kostenlosem
Parkangebot ist ein weiterer Konkurrent um die Gunst der Kaufkraft.

Da die meisten Filialisten in fast jeder Stadt zu finden sind,ist es auch schon fast unerheblich ob man an der Kreuzung links oder rechts abbiegt,
zur Erledigung seiner Einkäufe.

Es dürfte immer schwerer werden,bis auch Emmerich sagen kann,Emmerich ist eine Reise wert.
Zitieren
#8 Oberlehrer 31.01.2017 18:50
Ich komme nicht umhin, mich hier noch einmal "zu Wort zu melden", aber nicht, dass mir jemand das Thema des Beitrags von Olaf Plotke aus den Augen verliert:

@ Der Laie:
Zum ersten Absatz volle Zustimmung!
Was den Internet - Kauf angeht:
Ich unterstütze, soweit es geht, immer noch den "stationären Handel", so lange es ihn noch gibt.


[... Thema verfehlt. Admin]


Ach übrigens, heute (31.01.2017) hat die Stadt Emmerich die Weihnachtsbeleuchtung vom Weihnachtsbaum am Kleinen Löwen entfernt.
Ich glaube, beim Aufbau war Herr Diks noch dabei.
Zitieren
#9 anonymous 19.02.2017 09:56
Mittlerweile fragt man sich wirklich,
was wird in Emmerich eigendlich gefördert ?
Leere Ladenlokale ?
Mit dem Bau auf dem Neumarkt, wartet Emmerich auch
schon knapp 7 Jahre. Herr Schoofs wollte im Frühjahr
diesen Jahres anfangen. Nein, wieder hinausgezögert
auf 2018, denn soviel Kaufkraft gibt es in der Innenstadt
auch nicht. Der jetzige Bürgermeister (SPD) trägt auch nicht
gerade dazu bei, daß sich hier irgendetwas ins Positive
entwickelt. Man merkt da jedenfalls nicht viel von.
Zitieren

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren