Kanal2Kreis Kleve. (05.08.2012) Der Bund der Steuerzahler NRW hat die 396 Kommunen des Landes zu ihren Abfall- und Abwasserjahres gebühren befragt. Heraus kam zum einen, dass die Belastungen für die Bürger eher gesteigert, denn gesenkt wurden und dass selbst zwischen benachbarten Städten und Gemeinden zum Teil kräftige Gebühren-unterschiede bestehen. So auch im Kreis Kleve.

Eine Tonne für Kunststoffabfälle, eine für Papier, eine für Biomüll und der Rest geht in die graue Restmülltonne.  Die Müllwagen rollen im Zwei-, beziehungsweise Vier-Wochen-Rhythmus vor. Damit hat es sich aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Auch wenn ein Vergleich aufgrund unterschiedlicher Tonnengrößen und Abholintervalle schwierig ist, kristallisieren sich beim Blick in die Zahlenkolonnen der Abfallgebührenverordnungen der neun Kommunen im Kurier-Verbreitungsgebiet schnell Spitzenreiter heraus - im Positiven wie im Negativen. Addiert man die Jahresgebühr in einem vier Personenhaushalt mit den Kosten einer 120-Liter-Restmülltonne einschließlich Biomüll und Altpapier-Entsorgung, so müssen dafür in Kalkar nur 258 Euro pro Jahr berappt werden. In Bedburg-Hau sind hingegen 373,20 Euro fällig. Spitzenreiter ist allerdings Goch, das zwar mit einer größeren Tonne für Biomüll aufwartet, wo am Ende allerdings eine Rechnung über 467,30 Euro zu Buche steht. Dafür entstehen bei einer Aufstockung auf eine 240-Liter-Restmülltonne keine weiteren Kosten.
Eklatant sind die Preisunterschiede auch in Sachen Abwasserjahresgebühren. Sparfüchse sind in Uedem besonders gut aufgehoben. Bei 200 Kubikmeter Frischwasserverbrauch und 130 Quadratmeter vollversiegelter Fläche sind dort 453,30 Euro für Schmutz- und Niederschlagswasser abzuführen. Rund 300 Euro weniger als in Goch (731,10 Euro), Weeze (733,80) oder Emmerich (796,30). „Wir betreiben aufgrund unseres hohen Industrieanteils eine sehr große und damit teure Kläranlage“, nennt Klaus Kotters, Betriebsleiter der Kommunalbetriebe Emmerich, als einen Grund für die hohen Kosten.
Gewinne dürfen die Kommunen durch Abwasser- und Müllgebühren nicht erwirtschaften, dennoch kam es im vergangenen Jahr zu teilweise deutlichen Preiserhöhungen. In Kalkar wurden in Sachen Abwasser 19,8 Prozent, in Bedburg-Hau sogar 24,1 Prozent draufgesattelt. „Der Gesetzgeber hat es ermöglicht, zur Ermittlung der Kapitalkosten neue Kalkulationsgrundlagen einzubeziehen. Das haben wir getan... auch um so indirekt den Haushalt zu konsolidieren“, gesteht Kalkars Stadtverwaltungsrat Stefan Jaspers. Ähnlich war es in Bedburg-Hau. Kämmerer Georg Fischer: „Die Kollegen des Steueramtes durften sich bestimmt schon einiges anhören.“

Kommentare   

#1 Wim Heuvens 05.08.2012 12:39
Deshalb ist eine Eingemeindung mehrerer Kommunen unvermeidbar. Klitschen wie Bedburg-Hau, Kalkar, Kranenburg oder Weeze gehören eingemeindet und professionell geführt, im Sinne von Betriebs- und Volkswirtschaft.
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#2 Jens-Uwe Habedank 05.08.2012 19:29
Gibt's da eine Art Übersicht, die dann wo nachlesbar wäre? Wie steht z.B. Kleve dar?
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#3 Leser 06.08.2012 10:32
In Kleve fallen, unter Anwendung der Szenarien aus der Untersuchung, Müllgebühren in Höhe von 362,40 EUR pro Jahr an.

Eine Eingemeindung der "Klitschen" wäre also nur für Bedburg-Hau ein Gewinn, für die anderen würde es deutlich teurer werden.

Willi, wenn doch die Stadt Kleve im Sinne von Betriebs- und Volkswirtschaft von Theo Brauer so herausragend geführt wird.....warum sind die dann so teuer? Warum können die "Klitschen" ohne Fachwissen besser wirtschaften als Kleve?
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#4 Willem Heuvens 06.08.2012 20:17
@ Jens-Uwe

Für mein Haus bzw. mein Grundstück würde ich in Kleve wesentlich weniger zahlen.
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#5 A.Schuhmann 27.09.2017 10:43
das die Gebühren in Emmerich so hoch sind, wird mit dem hohen Anteil der Industrie begründet. Demnach müssen Privathaushalte das mitfinanzieren?
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