Sjaak Kamps (Euregio-Geschäftsführer), Landrat Wolfgang Spreen, der Beigeordnete der Gemeinde Westervoort Hans Sluiter und Bernd Pastoors, Geschäftsführer vom Theodor-Brauer-Haus, (v.li.) stellten das Projekt in Emmerich vor. Foto: Michael Terhoeven

Emmerich/ Kreis Kleve (22.11.2015). In den Arbeitsagenturen gibt es trotz regelmäßiger Jubelmeldungen über „Rekordbeschäftigungen“ mehr als genug zu tun. Der Kreis Kleve und seine 16 Kommunen vermeldet derzeit etwa eine Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent. Rund 6.500 davon beziehen Hartz IV. Auf der anderen Seite der deutsch-holländischen Grenze sieht es ein wenig anders, aber keineswegs besser aus. Die Gemeinde Overbetuwe und der RSD de Liemers betreuen 4.000 Menschen, die seit längerem ohne Arbeit sind. „Grenzen bewegen“ lautet der Name eines Projekts, das am 14. Dezember in Emmerich und Kevelaer gestartet wird. Das Ziel: Die Kräfte der Jobcenter links und rechts der Grenze bündeln und Arbeitssuchende auch für die „andere Seite“ fit machen.
„Es wird schon seit Jahren über eine grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung geredet, doch ist und bleibt genau das schwierig. Wir hoffen und glauben fest daran, dass uns dieses Projekt weiterbringen wird“, sagte Sjaak Kamps, Geschäftsführer der Euregio Rhein-Waal, bei der Vorstellung im Emmericher Theodor-Brauer-Haus. Die Einrichtung wird das vorerst auf drei Jahre ausgelegte und mit einem Budget von 800.000 Euro ausgestattete Projekt federführend begleiten.
„Wir wollen Arbeitssuchende aktivieren und motivieren, grenzüberschreitend zu denken“, erklärte Bernd Pastoors, Geschäftsführer des Theodor-Brauer-Hau-
ses. Dazu gehöre unter anderem (zumindest rudimentär) die jeweils andere Sprache zu lernen, aber auch, sich Wissen über die Kultur, die Politik und die Gesellschaft der „Nachbarn“ anzueignen. Das geschieht in gemischten Lern- und Arbeitsgruppen.
Das alles gilt aber nicht nur für die Arbeitssuchenden, sondern auch für die Mitarbeiter der betreuenden Kommunen und Jobcenter. Man lernt sich kennen, tauscht Erfahrungen aus, gibt sich gegenseitig Tipps. „Das überqueren der Grenze ist im Bereich Arbeitsmarkt für viele eine Hemmschwelle. Je mehr man über den anderen weiß, umso leichter ist es, sie zu überschreiten“, sagte der Kreis Klever Landrat Wolfgang Spreen. Die ganze Region werde dann, so der Plan aufgeht, als ganzheitlicher, euroregionaler Arbeitsmarkt wahrgenommen. Die (Selbst-)Vermittlungsbemühungen würden nicht mehr an der Grenze enden. Es werde ein Netzwerk für alle handelnden Akteure gebildet.
360 Teilnehmer nehmen an dem grenzüberschreitenden Projekt teil. Ausgewählt wurden sie von den zuständigen Jobcentern. „Es herrscht Freiwilligkeit“, so Pastoors.

 

 

Text & Foto: Michael Terhoeven

Kommentare   

#1 Mario 23.03.2017 21:05
Bullshit , es herscht Zwang !!
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