wsp spdEmmerich (13.1.2017). Viel geschrieben und diskutiert wurde über die Zukunft des Standortes der Wasserschutzpolizei in Emmerich. Vor Weihnachten fanden dann auf Ebene des Polizeipräsidiums Duisburg, das für die Wasserschutzpolizei NRW zuständig ist, Workshops unter Beteiligung der Mitarbeiter statt. Bundesumweltministerin und Bundestagsabgeordnete Dr. Barbara Hendricks, der SPD-Landtagskandidat Thorsten Rupp und Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze überzeugten sich jetzt vor Ort vom Ergebnis und werden es laut Pressemitteilung als "Teilerfolg".

„Das Ergebnis der Workshops ist die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die unter Beteiligung aller Akteure die Standort- und andere Fragen unter Einbeziehung verschiedenster Aspekte ergebnisoffen diskutiert. Dieser Prozess wird wohl circa ein Jahr dauern und dann zu einem Ergebnis kommen“, so Polizeidirektor Wolfram Elsner, Direktionsleitung Wasserschutzpolizei. Zu den zu berücksichtigenden Aspekten gehören unter anderem die Einsatzzeiten und der Personaleinsatz an den Standorten.

„Dies ist ein gutes Signal – sowohl für den Standort Emmerich, als auch für die Mitarbeiter, die jetzt noch stärker in die Diskussion miteingebunden sind.“ Darin sind sich der SPD-Landtagskandidat Thorsten Rupp, die SPD-Bundestagsabgeordnete Barbara Hendricks und Bürgermeister Peter Hinze einig. Auch der anwesende Vertreter der Gewerkschaft der Polizei, Markus Klötter freut sich: „Das war das Ergebnis aus der Zusammenkunft vor den Feiertagen, welches wir uns gewünscht haben.“ Festzuhalten ist, dass es auch vor den Workshops nie um die Kürzung des Personals, sondern immer ausschließlich um eine Veränderung bei den Standorten ging.

Der Emmericher Dienststellenleiter, Polizeihauptkommissar Guido Meyer betonte noch einmal die besonderen Alleinstellungsmerkmale des Standortes: „Neben unseren üblichen Einsätzen, wie zum Beispiel Schiffsunfälle, haben wir hier am Niederrhein besonders die Aufgaben des Umweltschutzes und der grenzübergreifenden Zusammenarbeit mit den niederländischen Kollegen.“

Kommentare   

#1 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 13.01.2017 18:13
Wir brauchen dringend mehr Polizeipräsenz, nicht nur bei der Wasserschutzpolizei. Aufgestockt und verbessert werden müßten dringend die Personalstärke und die Ausrüstung, aber auch die Bezahlung und somit die Anerkennung der Polizeibeamtinnen und -beamten. Innere Sicherheit ist primär wichtig für eine funktionierende Gesellschaft und für ein friedvolles Miteinander der Menschen. Polizistinnen und Polizisten gehören neben Pflege- und Rettungskräften zu den Top-Leistungsträgern!
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#2 Peter Wanders 14.01.2017 08:19
Das Ressort von Frau Hendricks am Rhein ist doch eher Hochwasserschutz und nicht innere Sicherheit.
Was macht sie auf einem Polizeiboot?
Von den den 1.000.0000.000,00, die sie nach den Hochwasserkatastrophen von 2013 zur Verfügung gestellt hat kommt in NRW kein Cent an.
Statt sich bei der Bezirksregierung in die Polizeistrategien einzumischen, sollte sie bei dieser Bezirksregierung in ihrer alten Abteilung dafür Sorge tragen, dass diese endlich ausreichend fähige Mitarbeiter einstellt, damit die Anträge der Deichverbände zum Hochwasserschutz zeitnah abgearbeitet werden können.
Diese bleiben auf den Schreibtischen der Bezirksregierung teils mehr als zehn Jahre liegen!
Zum Thema der geplanten Flutung niederrheinischr Gebiete zum Schutz der Niederlande nicht nur bei Extremhochwassern sondern z.B auch einer Kombination 20-jährigem Hochwasser und Sturm (wie 1995) taucht sie völlig ab.
Niederländische Unterlagen zu diesem Thema liegen ihr vor. Und sie spricht dies fließend.
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#3 Bernd Derksen 14.01.2017 08:57
Ich stimme völlig zu, Willi!

Sicherheit ist eine, vielleicht die, Grundfunktion eines Staates.
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#4 Bernd Derksen 14.01.2017 11:07
@#2
Ist halt Wahlkampf. Dazu musste der Bürgermeister mit den SPD-Kandidaten für 2017 in die Bütt. Äh, aufs Boot.
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#5 Peter Wanders 14.01.2017 11:18
@Bernd Derksen.
Darum ist es auch Zeit die Frau Ministerin auf das anzusprechen, wofür sie verantwortlich ist.
Ich finde, dass sie in ihrer Funktion überhaupt nichts auf einem Polizeiboot zu suchen hat, es sei denn, sie macht sich vom Wasser aus ein Bild über den Hochwasserschutz ihrer Heimatregion.
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#6 frage an p.wanders 14.01.2017 11:31
Von diesen plänen habe ich auch gehört bin in diesem Bereich aber bekennend unwissend.

ein wie ich meine kluger kopf und mit der Materie vertrauter sagte mir hierzu daß ein sprängen der deiche Richtung Deutschland nur 1000ende bis 10000ende gefährden bzw schädigen würde.
umgekehrt ein durchbruch in die andere Richtung 100000ende bis Millionen betreffen würde und es zu einer Katastrophe historischen ausmasses käm.

was meinen sie hierzu.
über eine antwort würde ich mich freuen
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#7 B.R. 14.01.2017 13:15
Wichtig ist auf jeden Fall, dass sich die Wasserschutzpolizei nicht irgendwo auf der Ruhr verirrt; das wird zwangsläufig Ärger geben mit den dortigen Familienclans.
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#8 Peter Wanders 14.01.2017 13:53
Was macht ein Staat bei Extremhochwasser?
Antwort: Staaten haben (international abgestimmte) Katastrophenschutzpläne.
An der Elbe, Oder und Donau hat die BRD entsprechend gehandelt und dies z.T. auch dokumentiert.
Spezialtaucher des THW-Aachen waren an strategischen Deichsprengungen an der Elbe beteiligt. Die östlichen Bundesländer dokumentierten mehr als 40 strategische Deichöffnungen.
Beispiele sind z.B. das Oderbruch oder die Havelmündung. Am Oderbruch waren Pioniere aus Emmerich beteiligt. Auch Polen dokumentierte 2013 die Opferung landwirtschaftlicher Nutzflächen.

Fragen sie leitende Hochwasserschutzexperten in den Niederlanden: Entscheidet das Wasser oder Behörden.
Die Niederlande simulieren am Rechner, wie Polder unter Wasser verschwinden. Diese Programme wurden als erstes für die dünn besiedelten Gebiete der Grenzregion gemacht. Die Strategie ist deutlich.
Die Niederlande üben mit ihrer reddingsbrigade die Evakuierung von 13 Poldern. Dies sind die dünnste besiedelten Gebiete ihrer Region.
In der Grenzregion nehmen die Kreise Kleve und Wesel an solchen Übungen teil. Gleichzeitig stellen sich diese Behörden völlig naiv, wenn es um die Intention dieser Übungen und der Computerprogramme geht.
Dabei weiß unser Landrat Spreen ganz genau, was die Niederländer wollen. Der ehemalige Bürgermeister Ed de Hondt von Nimwegen hat als Vertreter der Kommission Notüberlaufgebiete ihm und den Bürgermeistern Jöken (Kleve) und Meisters (Kranenburg) klar erklärt, was diese wollen.
Ein konkreter niederländischer Vorschlag ist ein Flutungraum mit einem Queriegel vor Kleve und Ringdeichen um Kranenburg, Millingen, Beek-Ubbergen etcetera. Die Einrichtung haben die deutschen Behörden abgelehnt.
Spätestens seit dem Hochwasser 1995 weiß man beim Kreis Kleve, wie die international abgestimmten Pläne aussehen.
Die 3 Deichgräfe de Bruin (Maas en Waal), Bongaerds (Kleve-Landesgrenze) und Heisterkamp (Xanten-Kleve) sagten nach dem Hochwasser, dass man gemeinsam die Deiche von Xanten bis Nimwegen kontrolliert hat und zu keinem Zeitpunkt ein Deichbruch drohte.
Von wem hatte dann Landrat Kersting den Befehl bekommen einen Katastrophenalarm auszulösen? Antwort: Der Befehl kam aus Berlin. Die Bürgermeister von Millingen und Beek-Ubbergen hatten diesen offensichtlich aus Den Haag, denn der Deichgraf war über die Evakuierung völlig erstaunt.
Heutzutage spielen alle verantwortlichen Behörden in der Grenzregion Vogel Strauss.
Ich habe den Vorsitzenden der deutsch-niederländischen-Arbeu tsgruppe-Hochwasser Frans Verhoeff zu diesem Thema befragt. Seine Antwort lautet:
"In solchen Situationen dürfen die Niederlande nicht nur in der Grenzregion Deiche durchstechen. Es müssen dann gemäß internationalen Absprachen auch in der deutschen Grenzregion die Deiche gesprengt werden."

Potentielle Opferzahlen und wirtschaftliche Interessen spielen eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der Polder, welche man als erstes flutet. Das niederländische Finanzministerium hat darum auch Rijkswaterstaat um eine Stellungnahme gebeten. Für Kleve ist Seite 17 dieser Stellungnahme interessant.
docplayer.nl/1102837-Vragen-van-het-ministerie-van-financien-ten-aanzien-van-noodoverloopgebieden.html
Dass man im Notfall Deiche durchsticht, konnten wir im kleinen Rahmen bei den Umwettern 2016 in Hamminkeln an der Issel sehen. Dass schon bei solch kleinen Hochwasserereignissen übergeordnete Behörden (Kreis Wesel) weitere Durchstiche erwägen, ohne die betroffenen Gemeinde (Hamminkeln) zu informieren, können sich viele naive Bürger nicht vorstellen. Leute wie Kersting, Palmen, Spreen oder die ewige graue Eminenz des Kreises Kleve Suerick wollen uns so etwas gerne weis machen.
Lesen sie: www.nrz.de/staedte/wesel-hamminkeln-schermbeck/hochwasser-in-hamminkeln-hinterlaesst-gespraechsbedarf-id11892272.html
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