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Von Olaf Plotke

Eine Tat wie der Amoklauf von Lörrach macht uns betroffen und fassungslos. Und wir wollen natürlich, dass sich so was niemals wiederholt. Deshalb wird sofort nach Konsequenzen gerufen. Dafür braucht man natürlich auch einen, der schuld ist, mindestens mitschuldig.  Und das sind jetzt mal wieder die Schützenvereine. Denn wenn die nicht solche Waffennarren wären, dann wäre das ja „alles nicht passiert“. Wenn der Täter nicht im Schützenverein war, sondern Ballerspiele auf dem Computer hat oder gerne Actionfilme guckt, dann müssen die halt verboten werden. Das sind blödsinnige Forderungen von Leuten, die nicht wissen, wovon sie reden. Als Kinder haben wir Cowboy und Indianer gespielt, später heimlich Actionfilme auf Video geguckt und sogar auf dem Heimcomputer C64 beim Spiel „Mission Elevator“ feindliche Agenten erschossen. Na und?  Keiner von uns ist gewalttätig geworden, keiner Amok gelaufen. Und obwohl ich den Wehrdienst verweigert habe, bin ich heute Mitglied im St. Agatha Schützenverein Uedem. Nicht, weil ich so gerne „herumballere“, sondern weil ich die Pflege unseres Brauchtums gerne unterstütze. Denn ohne unsere Schützenvereine wären die Prozessionen, unsere Kirmes und viele andere Veranstaltungen ärmer.

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Von Olaf Plotke

Als aufgeklärte Verbraucher wissen wir genau, wie wir für uns „das Beste rausholen“. Wir lassen uns im heimischen Reisebüro beraten und buchen den Urlaub dann online. Genauso „veräppeln“ wir den kompetenten Elektrohändler, wo wir uns stundenlang informieren und dann das begehrte Gerät im Internet bestellen. Hauptsache ein paar Euro gespart. Ja, wir sind schon ein ganz gewitzte Pfennigfuchser!  Der Werbering Bedburg-Hau hat zum verkaufsoffenen Sonntag deshalb die Aktion „Denk nach!“ gestartet (Seite 7). Damit machen die Händler auf die Bedeutung der heimischen Geschäfte für die Gemeinde aufmerksam. Gut so! Denn die Geschäftsleute tun weitaus mehr, als nur ihren Laden aufzuschließen: Arbeitsplätze, Unterstützung von Vereinen, Gewerbesteuern – das ist ein Verantwortungsbewusstsein, das wir vom anonymen Internethändler kaum erwarten dürfen.  Deshalb  müssen Sie keine Solidaritätskäufe tätigen. Aber Beratung und Service des heimischen Handels haben ihren Wert. Den sollte man beim Kauf immer auch beachten. Und dann braucht sich unser Fachhandel vor keinem Internethändler verstecken.

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Von Olaf Plotke

„Was soll denn der Scheiß?“ fragt die Frau ihren kunstbeflissenen Freund beim Anblick des Beuys-Kunstwerks: „Glaskasten mit vier getrockneten Blutwürsten“. Das ist zwar nur eine Geschichte von Robert Gernhardt aus: „Lokal-Termin“, aber die gleiche Frage haben sich auch viele Besucher des Museum Schloss Moyland schon gestellt. Ein Blick in die Gästebücher verrät es. Aber wir wissen auch, dass es ohne die Beuys-Sammlung keinen Wiederaufbau von Moyland gegeben hätte. Darum nehmen die Menschen es auch hin, dass Blutwürste, Batterien und Teebeutel Kunst sind – Hauptsache man kann Schloss und Park genießen. Unverständlicher als die Kunst von Beuys ist allerdings noch der Streit, der seit Jahren um ihn und die Sammlung tobt. Witwe, Land NRW und Moyland überziehen sich seit Jahren mit Prozessen, einstweiligen Verfügungen, Drohungen usw. Gerade klagt Witwe Eva Beuys dagegen, dass Moyland Fotos einer Kunst-Aktion ihres Mannes ausstellt mit der Begründung, die Bilder würden die Kunst ihres Mannes verfälschen. Die jahrelangen Streitereien haben Moylands Ruf massiv geschadet. Worum es eigentlich geht, kapiert vielleicht längst niemand mehr. Die meisten Bürger fragen sich nur: „Was soll denn der Scheiß?“