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Von Michael Terhoeven

21 Millionen Euro zur Rettung der Sparkasse Emmerich-Rees?! - Das ist eine echte Hausnummer, vor allem wenn man bedenkt, dass sich der Kreis Kleve vor gerade einmal vier Jahren mit einer „Finanzspritze“ in Höhe von 10 Millionen Euro in die Stadtsparkasse einkaufte. Die davon erhofften Effekte verpufften. Im Januar startete mit der Aufnahme von Fusionsgesprächen ein neuer Anlauf. Der Anteilseigner Rees war am Ende jedoch nicht gewillt, den für die Rettung aufgezeigten Weg mitzugehen, stahl sich mit einem „Nein“ aus seiner 4,62 Millionen Euro schweren Verantwortung. Der Stadt Emmerich hingegen, ist „ihre Sparkasse“ sogar stolze 12,18 Millionen Euro wert. Und das aus gutem Grund, bieten Sparkassen doch weitaus mehr als anonyme (Internet-)Großbanken jemals zu leisten im Stande wären: ein trotz einiger Schließungen nach wie vor engmaschiges Filialnetz, den unmittelbaren und persönlichen Kontakt zum Kunden bis in die Ortschaften hinein, aber auch eine erhebliche finanzielle Unterstützung für das Allgemeinwohl. Ohne diese Zuschüsse würden heute zahlreiche Vereine und soziale Einrichtungen kaum bis gar nicht mehr existieren können. Der Erhalt von 185 Arbeitsplätzen spielt da fast schon eine untergeordnete Rolle. 

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Von Olaf Plotke

Bürgermeisterin Northing will Fußball-Fans Rudelgucken zur Europameisterschaft im Forstgarten erlauben! Das hat das politische Kleve in Aufregung versetzt. Vor allem CDU und Grüne fürchteten medienwirksam in einer kleineren Zeitung eine Verwüstungsorgie im Forstgarten und forderten, dass die Verwaltung das nicht entscheiden dürfe, sondern allein der Rat.Der aufmerksame Leser wundert sich da, denn als die Volksbank ihr Holi-Farbfest mit DJ-Musik im Tierpark-Park feierte, da wurde das in der gleichen Zeitung als „Riesengaudi“ angepriesen und beim Angrillen der Metzgerei Quartier handele es sich „nicht um ein beschauliches Fest im Garten, sondern um ein Ereignis“. Da gab es keine Aufregung um die Genehmigung. Es ging ja auch gar nicht ums Rudelgucken. Nach der künstlichen Aufregung um Northings Absage, eine Ausstellung in der polnischen Provinz zu besuchen, bot sich hier schlicht eine weitere Chance, der Bürgermeisterin öffentlich einen reinzuwürgen. Die große Aufregung war verlogen: Northing nahm die Fraktionen beim Wort, forderte sie auf, das Thema in einer Sondersitzung des Rates zu behandeln. Reaktion der Fraktionen: Kein Interesse - das soll die Verwaltung entscheiden (Seite 3). Es ging eben nicht um die Sache - es ging um die Schlagzeile.

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Von Olaf Plotke

Will er nun oder will er nicht? Vor zwei Wochen gab Stefan Rouenhoff aus Goch bekannt, dass er sich gegebenenfalls um die CDU-Bundestagskandidatur bewerben würde. Würde! Wer sich für die Bundestagskandidatur interessiert, soll das bis zum 31. Mai beim CDU-Kreisvorstand einfach anmelden. Die Kreis Klever CDU hat sich dieses einfache Verfahren ausgedacht, damit die Kungelei in den Hinterzimmern aufhört. Christoph Gerwers aus Rees und Matthias Reintjes aus Emmerich haben das genauso gemacht und sich beworben. Und Rouenhoff? Der lässt sich erstmal vom Gocher CDU-Vorstand offiziell die „volle Unterstützung“ zusichern. Beworben hat er sich trotzdem noch nicht. Ende Mai will er auch noch ein Votum der ganzen Gocher Partei haben. Hat der Handelsattaché Rouenhoff in Brüssel Angst davor, dass man ihn bei der CDU Goch überhaupt nicht mehr kennt oder was soll der ganze Zirkus? Selbst der Messias hat nicht so lange gezögert und sich selbst zu erkennen gegeben. Und der wusste immerhin, dass ihn die Kreuzigung erwartet. Rouenhoff aber braucht scheinbar erst eine Art Krönungsmesse, um seine Bewerbung um die Bundestagskandidatur offiziell zu machen. Das Signal, das er aussendet, qualifiziert ihn nicht für das Amt: Er präsentiert sich als mutloser Zögerer und Zauderer.

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Von Olaf Plotke

Was hat sich BGE-Fraktionschef Gerd Bartels dabei nur gedacht? Nach eineinhalb Wochen Fraktionschaos mit Zank und Streit verschickt er eine Pressemitteilung, die ein Friede-Freude-Eierkuchen-Bild der BGE malt und den ganzen Ärger als Erfindung der Presse darstellt. Der Presse „spekulative Berichterstattung“ vorzuwerfen, aber gleichzeitig den Fraktionsaustritt der eigenen Ratsdame Sandra Bongers zu verschweigen, ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. Klar ist man nicht begeistert, wenn interner Krach öffentlich wird. Aber als Emmericher Bürger hat man ein Interesse daran zu erfahren, wenn es einen Richtungsstreit in einer bedeutenden Ratsfraktionen gibt. Politiker betonen in Sonntagsreden gerne die Wichtigkeit der Pressefreiheit. Aber die endet für viele Parteien und Vereine, wenn es sie selbst betrifft. Der peinliche „Lügenpresse“-Vorwurf der BGE ist nur ein aktuelles Beispiel. Längst hat es sich eingebürgert, dass auch im lokalen Bereich kritische Journalisten nicht zu Pressekonferenzen eingeladen werden, keine Pressemitteilungen erhalten oder auch mal Boykotte diskutiert werden, wenn die Berichterstattung nicht gefällig genug ist. Das Ziel ist klar: Man will nur Jubelperser - im Verein, in der Partei und in den Redaktionen. Zumindest Letzteres wird ihnen nicht gelingen.

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Von Olaf Plotke

Das wird ja noch richtig spannend: Seit Freitag hat die Kreis Klever CDU zwei Bewerber für die Bundestagskandidatur im nächsten Jahr: Nach dem Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers hat nun auch der Emmericher CDU-Fraktionschef Matthias Reintjes seinen Hut in den Ring geworfen. Und wenn die Gerüchte stimmen, dann folgt mit Stefan Rouenhoff aus Goch bald schon ein dritter Bewerber. Für die Kreis Klever CDU sind das gute Nachrichten. Nach Jahrzehnten des Ab-nickens des Bundestagskandidaten haben die Mitglieder jetzt eine echte Wahl. Und man kann sicher allen drei Kandidaten bescheinigen, dass sie für den Job in Berlin geeignet wären. Mit Reintjes und Rouenhoff (wenn die Gerüchte stimmen) hat die CDU zudem zwei Bewerber, die einen neuen Politikertypus repräsentieren: konservativ und christlich, aber modern, jung und nicht dogmatisch. Gerwers repräsentiert dagegen eher den klassischen Kreis Klever CDU-Politiker. Allerdings mit einem Makel: Er ist nicht von hier, wohnt erst seit 6 Jahren im Kreis Kleve. Ob das noch wichtig ist? Ich weiß es nicht. Die CDU-Mitglieder im Kreis Kleve haben Ende Juni beim Kreisparteitag auf alle Fälle eine echte Wahl. Das zeigt: Die Zeit des Auskungelns von Posten ist ein für allemal vorbei. Und das ist sicher die beste Nachricht.

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Von Olaf Plotke

Wer je eine Frau gesehen hat, die von ihrem Mann die Treppe hinunter gestoßen oder grün und blau geprügelt wurde, der weiß zu schätzen, dass es Einrichtungen wie das Frauenhaus der AWO in Kleve gibt (siehe Artikel Seite 3).
Ich weiß schon, dass sich wieder Leser melden, die finden, dass man auch über die Gewalt von Frauen an Männern berichten muss. Man soll auch das nicht verharmlosen. Das gibt es und Männer haben es sicher sehr schwer, Hilfe zu finden, weil sie auch mit der Scham und dem Gesellschaftsbild zu kämpfen haben, wonach der Mann stark sein muss. So stark, dass nur er der sein kann, der schlägt? Traurig ist, dass Gewalt bei uns immer noch alltäglich ist. Ich bleibe jetzt mal beim prügelnden Ehemann: Viel zu viele schauen einfach weg. Nachbarn, Verwandte trauen sich nicht, einzuschreiten oder zu helfen. Weggucken ist aber auch eine Form von Duldung. So wie leider auch Zwangsverheiratungen in muslimischen Familien noch immer gedeckt und geduldet werden. Auch das ist Gewalt! Frauen, die ausbrechen wollen, finden manchmal nur im Frauenhaus Schutz. Dass es notorisch unterfinanziert ist, ist ein Skandal. Es ist mir völlig gleich, wer die Finanzierung sicherstellt, ob Kreis, Stadt, Land, Bund - dieser letzte Ausweg für die Opfer hat es nicht verdient, jedes Jahr neu ums Überleben zu kämpfen.