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Von Olaf Plotke

In Jacques Tatis wunderbarem Film „Jour de fête“ (absurderweise als „Tatis Schützenfest“ übersetzt) von 1947 kommt die Kirmes in eine kleine französische Stadt. Und mit den bunten Wagen zieht auch ein Hauch der großen, weiten Welt ein in diese abgeschottete Welt, von der die nächste Großstadt beinahe genauso weit weg war wie China. Mit den Schaustellern kam das Abenteuer, kam das Exotische in die Stadt und es war ein Fest für alle Bewohner, denn jeder war neugierig und wollte dabei sein, wollte das Besondere erleben, auf das man davon ein Jahr lang zehren konnte. Während damals schon der Aufbau der Karussells ein Ereignis war, maulen die Klever heute im Internet, dass jetzt Parkplätze fehlen, die Preise zu hoch sind und es wieder eine Ponyreitbahn gibt. Aus Entdeckern und Abenteurern sind schlecht gelaunte Dauernörgler geworden. Dabei strahlt die Kirmes immer noch einen besonderen Zauber aus. Man kann ihn in den Augen der Kinder sehen. Und auch wenn ein Karussell für uns heute nichts besonderes mehr hat, so können wir trotzdem jede Menge Spaß daran haben. Und wer immer das neueste Telefon hat, der muss auch nicht über die Kirmespreise jammern. Leute, macht Euch locker, geht auf die Sommerkirmes in Kleve und habt Spaß. Es ist ganz einfach und die beste Medizin gegen schlechte Laune. Wir sehen uns!

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Von Olaf Plotke

Was die CDU-Mitglieder am Mittwoch in Kalkar erlebten, war beste Werbung für die Politik. 4 Bewerber stellten sich zur Wahl, wollten Bundestagskandidat werden. Man hatte eine echte Wahl in einer fairen Auseinandersetzung. An dieser Wahl gibt es nicht nur nichts zu meckern, man muss sie sogar ausdrücklich loben. Mehr Kandidaten bedeuten also nicht mehr Kampf und Streit, sondern mehr Demokratie. Davon können andere Parteien lernen. Stark fand ich, dass die CDU-Mitglieder mit Matthias Reintjes und Stefan Rouenhoff die jungen Bewerber in die Stichwahl schickten und nicht die Älteren. Die CDU-Basis will offenbar die Weichen für die Zukunft stellen, will sich verjüngen und einen neuen Politikstil. Denn Rouenhoff und Reintjes sind keine Hardliner, die alles verdammen, wo nicht CDU draufsteht. „Der Feind steht nicht in unserer Partei, der Feind steht außen.“ Diesen letzten Satz des Kreisvorsitzenden Bergmann am Mittwoch würde man aus Rouenhoffs Mund wohl nie hören. Andere Parteien sind keine Feinde, die die CDU zerstören, sondern Mitbewerber, die das aus ihrer Perspektive Richtige erreichen wollen. Auf dieser Erkenntnis kann eine faire Auseinandersetzung gedeihen. Wenn Rouenhoff das etablieren kann, wäre er nicht nur ein Gewinn für die CDU, sondern für uns alle - unabhängig von der Parteipräferenz.

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Von Olaf Plotke

Der CDU-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Dr. Günther Bergmann hatte sich ein starkes Signal für die Landtagswahl gewünscht und hat es im Prinzip auch bekommen: Ein bedeutender Teil der Mitglieder verweigert ihm die Unterstützung. Nur 79 Prozent wollten ihn erneut als Landtagskandidaten aufstellen (siehe Seite 3). Reicht, ist aber alles andere als Rückenwind. Ich bin kein Verfechter der großen Kandidaten-Abnicke, nur damit selbst der letzte Depp mit einem DDR-Ergebnis um die 98 Prozent gewählt wird. Aber wenn man was zu kritisieren hat, dann soll man das offen tun. Es gab am Mittwoch im Kolpinghaus kein Wort der Kritik an Bergmann zu hören. Hinter vorgehaltener Hand allerdings schon. Die große Lästerorgie ist schon seit langem in vollem Gange und das ist auch bei Bergmann angekommen. Es hat ihn nervös gemacht - man konnte seine Anspannung am Mittwoch spüren. Kolportiert wurde auch, dass es eine Art öffentlicher Abrechnung geben würde. Aber es war nur heiße Luft. Die Kritiker hatten nicht den Mumm in den Knochen, Bergmann ihre Kritik ins Gesicht zu sagen. Sie spendeten ihm erst verlogen Beifall, um dann nach seiner Rede auf dem Stimmzettel „Nein“ anzukreuzen. Kann man natürlich machen, ist aber mies. Die Nein-Ankreuzer sind Feiglinge.

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Von Olaf Plotke

Die Diskussion um die geplanten Windräder am Kartenspielerweg in Kranenburg läuft aus dem Ruder. Es wird längst nicht mehr sachlich und fair diskutiert - vor allem auf der Seite der Gegner des Projekts gibt es einige Diskutanten, die selbst wildeste Spekulationen in den Raum werfen, z.B. die wonach Ratsmitglieder angeblich die Windräder im Wald wollen, weil sie irgendwelche heimlichen Beteiligungen haben und dann fett Kasse machen wollen. Es ist eine unfaire, unbewiesene Unterstellung. Man sollte sich auf die einzig entscheidende Frage konzentrieren: Warum zur Hölle muss man Bäume fällen, um Windräder aufzustellen?  Ich unterstelle den Lokalpolitikern, das Beste für die Gemeinde zu wollen. Aber das Beste ist nicht unbedingt das Geld, das die Windmühlen für Kranenburg abwerfen. Wenn wir fordern, dass nicht immer Industrie-Interessen über Umweltschutz gestellt werden dürfen, dann muss das auch für die Wind-Industrie gelten. Das Windmühlen-Projekt in Kranenburg ist eine Paradoxie: Es widerspricht dem eigenen Anspruch. Es zerstört die Umwelt, obwohl sie sie retten soll.
In den Mondlandschaften des Braunkohlebergbaus könnte man Hunderte Windmühlen aufstellen, ohne dass es eine Socke jucken würde. Aber Wald abholzen, um was für die Umwelt zu tun..? Das ist total bescheuert.

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Von Olaf Plotke

Am 29. Juni soll der Rat der Stadt Kleve den Zusammenschluss der Wirtschaftsförderung mit dem Stadtmarketing (Kleve Marketing) beschließen. Denn durch die Vereinigung erhofft sich die Stadt eine schöne Kosteneinsparung - u.a. dadurch, dass beide Gesellschaften ins Rathaus einziehen und ihre bisherigen Standorte im Technologiezentrum (Wirtschaftförderung) und am Opschlag (Marketing) aufgeben. Das Verfahren der Zusammenlegung ist ein wenig aufwendig, weil die Marketingsgesellschaft-Miteigentümer Sparkasse und Volksbank ausbezahlt werden müssen und noch ein paar Formalien durchzuziehen sind, aber so richtig kompliziert wird es im Grunde nicht. Die Mitarbeiterinnen der Marketinggesellschaft werden übernommen und da Marketing-Chefin Ute Marks eh gekündigt hat, gibt es auch kein Gerangel um den Chefposten. Den wird der bisherige Klever Wirtschaftsförderer Dr. Joachim Rasch einnehmen. Herzlichen Glückwunsch! Obwohl ich eigentlich gar nicht sicher bin, ob man ihm wirklich gratulieren kann. Denn die Beschlussvorlage zur Zusammenlegung kann man durchaus auch als Ohrfeige für ihn verstehen, denn Rasch macht dann seinen Job und den von Ute Marks in Personalunion. Da war der Mann wohl vorher nicht richtig ausgelastet, oder wie?

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Von Olaf Plotke

Der Minoritenplatz in Kleve steht wieder auf der politischen Agenda. Am Donnerstag wird sich der Bau- und Planungsausschuss mit ihm befassen. Dann wollen die Fraktionen erste Eckpunkte für die künftige Entwicklung festlegen. Die Bürgerinitiative Denkpause aber befürchtet, dass nun am Bürger vorbei die Sache entschieden werden soll. Sie fordert einen Workshop für die Bürger ein. Ich bin davon überzeugt, dass es diese Veranstaltung schon sehr bald geben wird. Immerhin hat der Rat das selbst 2014 so beschlossen und die neue Bürgermeisterin Sonja Northing hat die Beteiligung der Öffentlichkeit im Wahlkampf fest versprochen. Nicht zuletzt der Minoritenplatzdiskussion verdankt sie ihre Wahl. Die Präsentation der Minoritenplatz-Vision von Bernd Zevens hinter verschlossenen Türen irritiert allerdings etwas. Warum waren hier keine Bürger eingeladen? Immerhin hatte Architekt Hülsmann die Grundplanung bereits öffentlich vorgestellt. Es ist vor allem Zevens, der hier eine Chance vertan hat, die Bürger für seine Vision zu begeistern.
Donnerstag reden erstmal die Fraktionen. Danach gibt es eine Grundlage für weitere Diskussionen zum Minoritenplatz - auch öffentliche. Spannend wird sein, wie groß das Verlangen der Bürger ist, den Platz zu entwickeln. Gegen etwas zu sein, ist immer einfacher.