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Von Olaf Plotke

 Die Geschwindigkeit mit der sich die Bürgergemeinschaft Emmerich (BGE) auflöst, ist atemberaubend. Jetzt wurde mit der Top-Job-Börse die Renommee-Veranstaltung der Wählervereinigung abgesagt, weil sie schlichtweg nicht mehr genug Leute für die Organisation hat (hier klicken). Traurig. Seit der Bürgermeisterwahl geht es mit der BGE rapide bergab: Streit zwischen Ex-Bürgermeisterkandidat Sigmund und Fraktionschef Bartels, die Austritte von Sandra Bongers und Fraktionsvize Udo Tepass sowie die Absage der Börse sind nur die Höhepunkte der Selbstauf­lösung. Die BGE hat nicht mal mehr eine Internetseite. Ob sie das Ende des Jahres noch erleben wird?  Lange war die BGE das einzig wirkungsvolle Gegengewicht gegen eine übermächtige CDU-SPD-Koalition und legte immer wieder den Finger in politische Wunden. Vorbei. Die Mehrheitsverhältnisse haben sich geändert und die BGE ist plötzlich an der Seite der CDU zur Mit-Entscheiderin geworden und damit in der Verantwortung. Daran scheint sie zu zerbrechen. In der Rolle der Gestalterin der Politik treten die verschiedenen Motivationen des Engagements der Mitglieder zutage. Man war im Protest vereint. Das war bequem. Gestaltung aber erfordert eine andere Qualität als Protest: Man muss nicht wissen, wogegen man ist, sondern wofür.

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Von Olaf Plotke

Bei der Verabschiedung des Emmerich-Reeser Sparkassenchefs Horst Balkmann wurde deutlich, wie schwierig die Fusion der Sparkassen Emmerich-Rees, Kleve und Straelen zur Sparkasse Rhein-Maas für alle Beteiligten war. Und man erhielt eine Ahnung davon, wie nah die Fusion vor dem Aus stand. Es war sicher kein Zufall, dass Balkmannn zwar Landrat Spreen, Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze und den Emmerich Fraktionschefs Matthias Reintjes (CDU) sowie Andrea Schaffeld (SPD) für ihr Engagement bei der Fusion dankte, aber weder den Reeser Bürgermeister noch einen der dortigen Fraktionschefs nannte. Rees ist Miteigentümerin der Sparkasse und stellte kurz vor dem Abschluss neue Bedingungen und damit den ausgehandelten Fusionsvertrag infrage. Die Konsequenzen für die Sparkasse Emmerich-Rees hätten dramatisch sein können. Ohne die Fusion wäre sie wohl mittelfristig nicht überlebensfähig gewesen. Es ist gut gegangen. Zum Glück. Balkmann wollte am Ende seiner Amtszeit den Mitarbeitern und Kunden kein Trümmerfeld hinterlassen, das abgewickelt wird, sondern eine Sparkasse mit Zukunft. Das ist gelungen. Er ist einer der Architekten der Sparkassenfusion. Balkmann hat in den 47 Jahren bei der Sparkasse viel geleistet - dies aber ist sein eigentliches Lebenswerk und Vermächtnis für Emmerich und für Rees.

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Von Olaf Plotke

Man denkt da ja nicht täglich drüber nach: Aber der Besuch von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am nächsten Donnerstag auf dem Paulsberg in Uedem (Artikel Seite 12) macht wieder klar, dass das Zentrum für Luftoperationen am Standort Uedem/Kalkar nicht nur dafür da ist, um den Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn zu beobachten. Das gehört zwar auch zu den Aufgaben der Soldaten dort, aber Uedem/Kalkar ist eben auch im Kampf gegen den Terror eine wichtige Einrichtung. Von hier aus wird der gesamte Luftraum von Deutschland und Nordeuropa ständig überwacht.
Ursula von der Leyen kommt eben nicht nur zum Händeschütteln nach Uedem. Sie will sich informieren, welche Möglichkeiten die Luftwaffe im Falle eines von Terroristen gekidnappten Flugzeugs im deutschen Luftraum hat.  Denn von Uedem aus wird der Luftraum überwacht und von hier aus können Starfighter beordert werden, das gekaperte Flugzeug abzuschießen.
Man möchte sich ein solches Szenario nicht ausmalen, aber leider muss man es mittlerweile. Der Krieg gegen den Terror wird auch von Uedem aus geführt. Eine militärische Einrichtung dieser Art ist heute wohl unverzichtbar, aber ich betrachte sie immer mit gemischten Gefühlen.

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Von Michael Terhoeven

„Es ist kein Haus, es ist... anders!“ - Das waren einst die Worte von Herman van Veen, als die Idee zum Bau des  Alfred J. Kwak-Hauses Gestalt annahm. Visuell spektakulär, heilpädagogisch unterstützend, ökologisch beispielhaft und für Kinder sinnlich lebensnah soll das Haus, oder besser: der Park werden. Keine Frage: Es ist ein tolles Projekt, das da am Kesseler See geplant wird. Es ist aber auch ein sehr Ambitioniertes und alles andere als ein Schnäppchen, soll das Kwak-Haus doch nicht nur pädagogisch wertvoll, sondern auch ein Hingucker werden. Das kam bei vielen Menschen in Goch, im Kreis Kleve und über die Grenzen des Niederrheins hinaus gut an. Verschiedenste Aktionen zur die Realisation des Kwak-Haus wurden gestartet, jede Menge Geld gesammelt oder gleich der Stiftung gespendet. Mehrere Millionen Euro kamen so in den vergangenen Jahren zusammen. Als „Gegenleistung“ gab es bisher ein schickes Modell, eine noch schickere Computeranimation und drei Termine für einen möglichen Baubeginn, die allesamt verstrichen, ohne dass am Kesseler See auch nur ein Kubikmeter Erde bewegt wurde. Seitdem herrscht Funkstille. Seit zwei Jahren. Vertrauensbildend ist ein solches Verhalten nicht gerade. Und: Geduld ist endlich.

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Von Olaf Plotke

Ute Marks hat Konflikte nie gescheut. Das war schon in ihrer Zeit als Journalistin so und auch als Geschäftsführerin des Stadtmarketings „Kleve Marketing“ blieb sie streitbar. Sie eckt an, weil sie leidenschaftlich für das kämpft, von dem sie überzeugt ist. Und ihre Überzeugung hieß immer Kleve. Das wird sich ändern. Nun muss sie auch für andere Städte kämpfen (Seite 2). Sie wird nun Beraterin von vielen Städten sein. Sie wird dort sagen, was sie auch hier gesagt hat: Stadt und Handel müssen innovativ sein. Man kann nicht so weitermachen wie bisher, wenn man das Rennen gegen den Internethandel nicht verlieren will und künftig verwaiste Innenstädte hat. Wer so denkt, der rüttelt an althergebrachten Strukturen. Das gefällt vielen nicht. Neues macht Angst. Ute Marks macht sicher einen Karrieresprung, aber sie wäre lieber geblieben. Doch im Rathaus waren die Würfel gegen sie gefallen. Man kann nur hoffen, dass das Stadtmarketing innovativ bleibt und nicht die Verwaltung eines Zustands droht. Das Erbe von Ute Marks ist keine Struktur, sondern eine Überzeugung: Lasst uns Neues wagen! Kleve wird noch merken, was es an dieser Frau hatte.

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Von Olaf Plotke

Mitte Oktober zeigte Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing einen 62-jährigen Duisburger an, der in einem Artikel im Internet behauptete, in Kleve seien 5 Mädchen zwischen 8 und 10 Jahren von Flüchtlingen entführt und vergewaltigt worden. Und Polizisten, Medien, Politiker und Ärzte würden die Sache geheim halten. Vor Gericht konnte der Autor davon nichts beweisen - er wurde wegen Volksverhetzung zu 9 Monaten auf Bewährung und einer Zahlung an den Verein „Pro Asyl“ verurteilt. Seit Monaten ist der zuvor so fleißige Internetautor aus Duisburg verstummt. Vielleicht hat er was gelernt aus der ganzen Sache, vielleicht hat er nur Sorge, wieder eine Anzeige zu kassieren. Aber auch wenn der Hetzer geht, die Hetze bleibt. Der Artikel ist auf seiner Internetseite weiter nachzulesen, genauso wie die Fortsetzung „Lügen haben kurze Beine“ und der eigentliche Ursprungsartikel „Todesangst einer Schulbehörde und das eisige (Til)Schweigen der Gutmenschen“. Aber selbst wenn der Artikel gelöscht würde: Sein Lügenbeitrag wurde auf einschlägigen Frustportalen im Internet dutzendfach geteilt und kommentiert. Die Lüge ist dort längst zu einer unhinterfragten, unhinterfragbaren Wahrheit geworden, auf die neue Lügengebäude getürmt und als Wahrheiten erkannt werden.