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Von Olaf Plotke

Wenn der Kanal vor Ihrer Haustür kaputt ist, muss die Stadt eigentlich die Straße aufbuddeln, den Kanal austauschen, das Loch wieder zu schütten und die Fahrbahndecke erneuern. Alles auf eigene Kosten - denn dafür zahlen wir ja Abwassergebühren. Aber wie durch ein Wunder ist irgendwie immer auch der Unterboden der Straße so kaputt, dass auch der erneuert werden muss. Wie jetzt bei der Spyckstraße in Kleve. Und dann müssen die Anlieger zahlen (siehe Artikel rechts). Je nach dem Charakter der Straße fast die gesamte Straßensanierung. Der Bürger ist dem hilflos ausgeliefert. Er kann nicht nachprüfen, ob die Straße vielleicht nur kaputt ist, weil die Stadt zu lange mit der Kanalsanierung gewartet hat und der kaputte Unterboden also eigentlich ihr Fehler ist. Er wird nur über die Maßnahme informiert, darf vielleicht noch darüber mitbestimmen, wo ein Baum gepflanzt wird, aber im Großen und Ganzen hat er bei solchen Baumaßnahmen nichts zu vermelden, darf am Ende aber teilweise Summen zahlen, die einem den Schlaf rauben können. Seine einzige Chance besteht darin, bei der Stadt darum zu bitten, dass nicht die Luxusausführung geplant wird, sondern die günstigste Variante. Doch auch dies kann er letztlich nicht überprüfen. So bleibt am Ende immer das Gefühl zurück, man würde abgezockt.

Kommentare   

#1 Der Laie 04.12.2016 15:19
Warum gewinnt man nur den Eindruck,das in Kleve alles ohne Konzept geplant wird. Erst erhält Kleve einen Ring mit Brücken,danach werden die Bahngleise stillgelegt,ein wenig später die Berufsschifffahrt eingestellt und die Schleuse ausser Betrieb genommen.

Dann dürfen die Bürger eine Strasse zweimal bezahlen,einmal als Erschließungskosten, dann wegen mangelnder Instandhaltung für eine Grundsanierung der Strasse.

Das es auch anders geht,zeigen die Kanalsanierungen in Bedburg-Hau.

Wegen der fehlenden Bürgernähe,könnte man den Eindruck gewinnen, die Stadtverordneten verstehen sich als legitime Nachfolger des Herzog von Kleve,da hatten die Bürger auch nichts zu lachen.

Den Anliegern der Spyckstrasse kann man nur raten,Zeit und Geld für einen Rechtsanwalt und Gutachter zu investieren,vll. muss der Druck ja nur groß genug sein, damit die Herzöge merken,die Zeiten der stimmlosen Untertanen ist vorbei.

In Bedburg-Hau hat das einem Sonnenkönig schon mal die Wiederwahl gekostet.
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#2 juergen 10.12.2016 17:29
@ Der Laie = toller Kommentar
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#3 Controleur 11.12.2016 12:04
Bei der Durchsetzung ihrer Vorstellungen von einer luxussanierten Spyckstr. auf Kosten der Anlieger ist der Stadtverwaltung wohl jedes Mittel recht, um ihr Ziel der Herstellung einer Steinwüste bei gleichzeitiger Vernichtung einer Baumallee zu erreichen.

In ihren Vernichtungsfeldzug gegen Bäume in der Spyckstr spielen sich die „Experten“ der Stadt sogar als „Baumretter“ auf, die sich angeblich um den Erhalt der Bäume sorgen.

Unter dem Vorwand, dass die vorhandenen blühenden Bäume, zu krüppelig und nicht gerade genug gewachsen sind, zu dünnstämmig sind und keine Gewähr dafür gegeben werden kann, dass das Wurzelwerk dieser Bäume durch die geplanten Baumaßnahmen beeinträchtigt werde könnte, wird die Diagnose gestellt, dass diese Bäume nicht mehr lebensfähig seien, keine Zukunft mehr hätten und zu vernichten seien.

Und diese Theater um den „Erhalt der Bäume“ mit ihrer anschließenden Vernichtung wird nur veranstaltet, um das wahre Motiv der Stadtver-waltung zu verschleiern, nämlich dem, dass diese Bäume den Planungen der Stadtverwaltung im Wege stehen.

Letztlich handelt sich bei diesem fadenscheinigen Vorgehen sozusagen um eine „Psychiatrisierung von Bäumen“.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass bei dieser Argumentationskette wohl das höchst erfolgreiche Modell zur Ausgliederung von Menschen durch Psychiatrisierung Pate gestanden hat.
Auch hier urteilen selbsternannte Gutmenschen, um mit Hilfe stigmatisierender Diagnosen unliebsame Lebewesen eines Ganzen als nicht mehr gemeinschaftsfähig zu isolieren und auszugliedern.

Es gilt das Motto: Was bei Menschen funktioniert, wird wohl auch bei andern Lebewesen – hier den Bäumen - erfolgreich anzuwenden sein.
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