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Von Olaf Plotke & Michael Terhoeven

Mit dem Erzählen kommt es nie an ein Ende. Egal, wie viele Artikel man geschrieben hat, stets ist da noch die eine Geschichte, die noch nicht erzählt wurde. Und es ist ja nicht eine, es sind unendlich viele. Solange es Menschen gibt, wird es Geschichten geben, die man aufschreiben kann. Der Kurier am Sonntag hat genau das immer versucht: Die Menschen und ihre Geschichten abzubilden. Und so haben wir über den Karneval genauso berichtet wie über die Lokalpolitik. Denn alles das geht uns an, es hat mit uns zu tun.
Kritisch, provokant, gelegentlich auch frech begleiteten wir Themen, die die Menschen, die Städte und Gemeinden, den Kreis Kleve bewegten. Vor allem die Politik lieferte uns regelmäßig (wenn auch nicht immer freiwillig) exklusiven Stoff für die Seite eins: der Minoritenplatz in Kleve, das Rathaus der Schwanenstadt, der Gocher Haushalt, das Neumarkt-Projekt in Emmerich - es sind Geschichten, die noch nicht zu Ende erzählt sind. Es werden noch einige Kapitel folgen und wir sind gespannt, ob es gute oder schlechte werden. Wir werden das aufmerksam verfolgen. Aber dann nur noch als Zuschauer. Nach 21 Jahren ist das heute der letzte Kurier am Sonntag. Und so ist zumindest diese Geschichte nun zu Ende erzählt.

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Von Olaf Plotke

Rolf Grootens wird für sein ehrenamtliches Engagement beim VdK-Sozialverband mit dem Uedemer Leisten ausgezeichnet (Seite 3). Er befindet sich in guter Gesellschaft. Denn unsere Region ist reich an Menschen, die sich in ihrer Freizeit für andere einsetzen - in der Kirchengemeinde, im Tierschutz, im Sportverein, in Parteien, in Schul-Fördervereinen, in der Obdachlosenhilfe usw. Die Themen sind so vielfältig wie die Menschen. Ohne sie wäre unser Leben ärmer. Dann gäbe es keine Ferienlager für unsere Kinder, keine Karnevalssitzungen, keinen Bürgerbus in Uedem, keinen Dorfladen in Grieth, kein Kinderprinzenpaar in Weeze, kein Repair-Café, kein  Seniorenfrühstück in Goch, keinen Musiksommer im Klever Forstgarten... Die Liste ließe sich beinahe beliebig verlängern. Im Zuge der so genannten Flüchtlingskrise ist über Menschen, die sich für andere engagieren viel Häme ausgegossen worden. Sie werden als „Gutmenschen“ tituliert, was bedeuten soll, dass sie so etwas wie naive Spinner wären. Ich vermute mal, dass die Menschen, die das sagen, selbst noch nie einen Finger für die Gesellschaft krumm gemacht haben. Sie können nur maulen, nicht machen. Wer sich für andere Menschen einsetzt, den nenne ich nicht naiv, sondern vorbildlich. Und der ist kein „Gutmensch“, sondern ein guter Mensch.

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Von Olaf Plotke

Ich finde den Flughafen in Weeze toll. Die Welt ist für uns im Kreis kleiner und unsere Region größer geworden, sie hat an Bedeutung gewonnen. Viele hunderttausend Menschen landen hier jedes Jahr, gehen in unseren Restaurants essen, schlafen in unseren Hotels, kaufen in unseren Geschäften ein. Ich finde, dass der Flughafen ein Erfolgsprojekt ist. Ja, dass der Kreis 24 Millionen Euro in den Flughafen gebuttert hat, ist nicht optimal. Aber das Geld ist nicht verbrannt worden. Es ist noch da, es steckt im Flughafen. Buchhalterisch ist das sowieso alles in Ordnung, aber auch sonst: Der Flughafen ist für uns ein Gewinn. Die Geheimniskrämerei des Kreistags und der Kreisverwaltung allerdings rund um die 24 Millionen Euro ist eine Unverschämtheit (siehe Artikel unten). Immerhin handelt es sich hier um das Geld der Bürger. Dass der Kreistag seinen eigenen Kontrollverlust beschließt, ist kaum zu begreifen. Das alles mag aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll sein. Aber die mangelnde Transparenz macht es Kritikern leicht, das Projekt anzugreifen. Kommt der Flughafen jemals wieder in Turbulenzen, kommen auch die verantwortlichen Kreispolitiker ins Trudeln. Von der Öffentlichkeit werden sie kein Verständnis mehr erwarten können. Sie haben dem Bürger zu deutlich gezeigt, dass sie auf seine Meinung keinen Wert legen.

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Von Olaf Plotke

Wenn der Kanal vor Ihrer Haustür kaputt ist, muss die Stadt eigentlich die Straße aufbuddeln, den Kanal austauschen, das Loch wieder zu schütten und die Fahrbahndecke erneuern. Alles auf eigene Kosten - denn dafür zahlen wir ja Abwassergebühren. Aber wie durch ein Wunder ist irgendwie immer auch der Unterboden der Straße so kaputt, dass auch der erneuert werden muss. Wie jetzt bei der Spyckstraße in Kleve. Und dann müssen die Anlieger zahlen (siehe Artikel rechts). Je nach dem Charakter der Straße fast die gesamte Straßensanierung. Der Bürger ist dem hilflos ausgeliefert. Er kann nicht nachprüfen, ob die Straße vielleicht nur kaputt ist, weil die Stadt zu lange mit der Kanalsanierung gewartet hat und der kaputte Unterboden also eigentlich ihr Fehler ist. Er wird nur über die Maßnahme informiert, darf vielleicht noch darüber mitbestimmen, wo ein Baum gepflanzt wird, aber im Großen und Ganzen hat er bei solchen Baumaßnahmen nichts zu vermelden, darf am Ende aber teilweise Summen zahlen, die einem den Schlaf rauben können. Seine einzige Chance besteht darin, bei der Stadt darum zu bitten, dass nicht die Luxusausführung geplant wird, sondern die günstigste Variante. Doch auch dies kann er letztlich nicht überprüfen. So bleibt am Ende immer das Gefühl zurück, man würde abgezockt.

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Von Olaf Plotke

Am Montag fällt in der Mehrzweckhalle Materborn in einer Sondersitzung des Rates die Entscheidung, wie es mit der Sekundarschule weitergeht. Bürgermeisterin Northing hat mit ihrem Einspruch gegen den letzten Ratsbeschluss, die Fraktionen zu dieser erneuten Beratung gezwungen. Das war richtig. Denn die Holterdiepolter-Idee von CDU und Grünen konnte praktisch nicht öffentlich diskutiert und beraten werden - so wie es dem Thema angemessen gewesen wäre. Beide Fraktionen haben nun Gelegenheit, ihre Haltung zu korrigieren, die Entscheidung um ein Jahr zu verschieben und eine Diskussion mit allen Beteiligten anzustrengen, vor allem den Eltern. Am Ende kann die gleiche Entscheidung stehen. Dann aber nach einem offenen und breiten Diskurs. Werden CDU und Grüne die Chance ergreifen? Ich glaube nicht. Ihnen geht es doch längst nicht mehr um die Sache. Sie sehen in der Frage nun vor allem eine Machtprobe mit der ungeliebten parteilosen Bürgermeisterin. CDU und Grüne sehen nicht mehr, worum es wirklich geht. Sie sind politisch erblindet. Denn sie haben noch immer nicht begriffen, warum keiner ihrer Kandidaten Kleves Bürgermeister wurde. Genau wegen dieser arroganten Wir-machen-was-wir-wollen-Haltung, die sie jetzt in der Schulfrage wieder an den Tag legen. Noch ist Zeit umzudenken.

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Von Olaf Plotke

Politiker, die lange im Geschäft sind, machen sich in ihrer Partei nicht nur Freunde - ganz gleich wie erfolgreich sie sind. Diese Erfahrung machte der CDU-Kreisparteichef Dr. Günther Bergmann, der mit gerade mal 79 Prozent erneut zum Landtagskandidaten seiner Partei gewählt wurde. Ähnlich schlecht fiel das Ergebnis für Wolfgang Gebing aus, der bei seiner Wahl zum Klever CDU-Chef auch nur 79 Prozent holte - obwohl er wie Bergmann der einzige Kandidat war. Wie muss sich erst Manfred Palmen fühlen, der ohne Frage der erfahrenste und klügste Kopf in der Klever CDU ist und mit gerade 55 Prozent in den Vorstand gewählt wurde?
Vor diesem Hintergrund muss  man mal die 97,2 Prozent sehen, mit denen Dr. Barbara Hendricks zum 7. Mal zur Bundestagskandidatin der Kreis Klever SPD gewählt wurde. Sie ist seit 1989 die wichtigste Politikerin der Kreis-SPD. Und mehr als 30 Jahre später ist sie so unumstritten wie eh und je. Man kann böse sagen, dass die SPD eben keinen anderen hat. Und das wäre sogar richtig - zumindest keine wie sie. Barbara Hendricks ist Bundesumweltministerin. Sie ist fast täglich in der Tagesschau zu sehen. Und trotzdem kann man sie auch noch bei „Pia“ oder im „Früh“ treffen. Dann ist sie nicht mehr die Frau Ministerin, dann ist sie für alle einfach die Barbara. Und keiner findet was dabei, am wenigsten sie selbst.